Das Wort zum Sonntag – 3. Adventsonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Der heutige Sonntag – der dritte Sonntag des Advents – wird traditionell „Gaudete-Sonntag“ genannt. „Gaudete“ kommt aus dem Lateinischen und heißt: „Freuet euch!!!“ Die Lesungen für diesen Tag laden uns ein, darüber nachzudenken, wie wichtig die Freude ist inmitten unserer Alltagsprobleme. In der Einleitung des Briefes des Paulus an die Philipper drückt er es aus: „Erfreue dich am Herrn!“ In der ersten Lesung ruft Zefanja zur Freude auf und wie der Prophet sage ich zu euch: „Rufet in Freude, frohlockt aus vollem Herzen! Singt voll Freuden, liebe Gemeinde!“ Aber: wie kann man Freude „erfahren“ inmitten der Probleme und Schwierigkeiten unseres Lebens? Wie sollen wir uns freuen angesichts der Kriege in der Welt, der hungrigen Menschen, des Unrechts, der Schwierigkeiten in den Familien und mit den Nachbarn?

Auch Zefanja kennt diese Probleme, deshalb schreibt er den Text, den ihr gehört habt, in einer Zeit, als die Israeliten belastet sind durch Krieg und Zerstörung. Sie haben die Hoffnung auf ein schönes Leben verloren. Und trotz allem ruft er sie auf: „Seid mutig! Fürchtet euch nicht! Lasst Raum für die Freude!“ Zefanja sagte ihnen zweierlei: „Gott ist mit euch! Gott ist mit euch, hier und jetzt!“

Liebe Schwestern und Brüder! Wie einst die Israeliten, so haben auch wir unsere Probleme; zwischen politischen Gruppen, in zerstrittenen Familien, bei den einsamen Menschen, unter den Arbeitslosen, bei den kranken Menschen. Angesichts all dieser Probleme rufe ich euch auf: „Seid mutig! Tut etwas für eure Freude! Gott wird euch mit Freude belohnen, weil er eure Probleme kennt und euch hilft, sie zu lösen!“

Liebe Mitchristen, gerade deshalb, weil wir glauben, verstehen wir es, unsere Probleme in den Griff zu bekommen. Ich versichere euch, dass euch euer Glaube Hoffnung gibt, dass die harten Zeiten, durch die ihr geht, nicht das Ende der Welt bedeuten! Nein! Es kommt eine bessere Zeit.

Das ist die Botschaft des dritten Sonntags im Advent: Die Hoffnung, dass wir, wie es im Evangelium heißt, auf keinen anderen warten müssen, sondern dass ein Retter kommt, ein Retter, der uns hilft, unsere Bürde leicht zu machen. Das ist Weihnachten!

Ihr Pfarrer