Das Wort zum Sonntag – 29. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Tagtäglich verschwinden durch den verantwortungslosen Umgang des Menschen mit der Natur unzählige Tier- und Pflanzenarten für immer von unserem Planeten. Die letzten freien Grünflächen in den großen Städten werden zudem durch Abholzen und Zubetonieren zerstört - man könnte verzweifeln.

Auch wenn das Umweltbewusstsein und der Schöpfungsgedanke in den letzten Jahren in unserer Gesellschaft immer mehr wächst, siegt leider zu oft doch der Beton über die Pflanzen, das Erstarrte über das Lebendige, der Stein über die Auferstehung.

Aber das, was „normalerweise“ ist, sollte nicht die Norm sein.

Menschen sollten, wenn sie im Umgang mit den Mächtigen und den Behörden auf Granit beißen, nicht so schnell aufgeben und ihre Zähne nicht schonen. Darauf warten die Mächtigen ja nur, meint Jesus mit dem Gleichnis vom Richter und der Witwe im heutigen Evangelium.

Aber selbst wenn Menschen ewig hartherzig sind: Bei Gott beißt man nicht auf Granit.

Darum ist jeder Löwenzahn, der den unkrautjätenden Hausbesitzern ein Dorn im Auge ist, weil er seine Wurzeln sogar in Asphalt und Beton hineinzwängt, letztlich auch ein Symbol der Hoffnung. Und er ist ein Gleichnis dafür, dass Gott kein Gott aus Granit ist.

Ihr Pfarrer