Das Wort zum Sonntag – 26. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Langsam beginnt das Laub an den Bäumen sich zu färben und die Natur erstrahlt in der milden Herbstsonne noch einmal in verschwenderischer bunter Fülle.

Und doch währt dieses grandiose Schauspiel nur kurze Zeit. Bald werden auch die letzten bunten Blätter von den Bäumen fallen. Trüb und kalt wird es dann für viele Monate werden. Unausweichlich werden wir da an unsere eigene Endlichkeit erinnert. Letztlich sind wir nur Gast auf Erden, wie es in einem Kirchenlied heißt.

Für uns Christinnen und Christen ist dies aber kein Grund, in Schwermut zu verfallen. Es ist da „Einer, der alles Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält“, wie Rainer Maria Rilke es in seinem Gedicht „Herbst“ so tröstlich zum Ausdruck bringt:

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Ich wünsche uns allen einen guten, von Gott gesegneten Herbst!

Ihr Pfarrer