Das Wort zum Sonntag – 23. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Und wieder beginnt ein neues Arbeitsjahr für uns. So ganz sicher wissen wir alle nicht, ob wir die geplanten Feste, die für uns so wichtig sind, auch wirklich feiern können: eben Erntedank, Totengedenken, Firmung, Weihnachten dann, … . Die Frage ist, ob wir es mit den Einschränkungen, die es im Moment gibt, überhaupt feiern wollen. Da tut es gut, im Evangelium dieses Sonntags zu hören: „Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18, 19f)

Veränderungen sind so gut wie immer mit einem Umbruch im Leben verbunden. Das, was war, ist einfach nicht mehr. Vertrautes geht einem verloren und man ist verunsichert. Das Vertraute hat man mit der Zeit lieb gewonnen und es gibt einem die nötige Sicherheit und den Halt, den man im Leben braucht. Die Zukunft liegt noch vor einem und ist vollkommen ungewiss. Es ist der Moment, wo man genau an der Grenze steht zwischen dem alten und dem neuen Leben. Dieser Schritt bedarf sehr viel Mut und ab dem Zeitpunkt, wo man dazu Ja sagt, gibt es kein Zurück mehr, sondern nur mehr das Gehen in die Zukunft. Als Christinnen und Christen wissen wir aber, dass wir dabei nicht alleine sind.

Es gibt die Veränderungen, in denen die Freude über das Neue überwiegt. Zum Beispiel, wenn wir endlich erwachsen werden, ein Kind bekommen, wenn wir uns über eine neue Liebe freuen, die gerade erst begonnen hat und wo so viel Schönes, Gemeinsames vor einem liegt, oder über einen neuen Arbeitsplatz.

Manche Veränderungen erleben wir aber zunächst als einen Zusammenbruch oder einen Abbruch. Dann wird mehr der Verlust spürbar in diesem Bruch als das Neue, das oft Gute, was vor einem liegen könnte. Wenn eine Ehe zerbricht und ein Mensch nach einer Scheidung gezwungen ist, sich ein neues Leben aufzubauen, ist das oft sehr schwer. Man wird gezwungen, einen neuen Weg zu gehen und auch auf diesem Weg gibt es Momente der Freude. Oder wenn eine Freundschaft zerbrochen ist oder es ganz schlimm kommt, und ein lieb gewonnener Mensch stirbt. Dann wird plötzlich unser Leben total umgestaltet und wir müssen mit den Veränderungen zurechtkommen, mal schlechter, mal besser. Oder, wenn wie jetzt in der Pandemie alles Gewohnte auf einmal in Frage gestellt wird und wir uns nach dem alten Leben sehnen, wo wir sorglos miteinander Feste feiern konnten und uns umarmen und die Hand geben ohne schlechtes Gewissen.

Ich wünsche euch für diese Zeit, viel Kraft und auch Mut und Hoffnung und dass ihr, wir alle erleben dürfen, dass Gott wirklich bei uns ist, er uns alle geistig in den Arm nimmt und uns Mut macht, diese neuen Schritte zu gehen, das Alte hinter uns zu lassen und mutig und hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Ich bin mir sicher, auch diese Zukunft hat viel Positives und Freudvolles für uns.

Franz Pamminger