Das Wort zum Sonntag – 22. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Wer sein Leben retten will – was muss der tun? Sich um alles sorgen? Alles selber machen, alles absichern und jedem vorsichtshalber misstrauen? Ich glaub, wer sein Leben so gestaltet, wird letztendlich nie richtig leben, sondern höchstens bisweilen Spaß haben. Wer so lebt, wird verzweifelt darum kämpfen, nichts im Leben zu verpassen und dabei jede Tiefe, jeden höheren Wert und vor allem das ewige Leben aus dem Blick verlieren.

In der heutigen Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom hören wir da ganz andere Töne: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, verändert euch, erneuert euer Denken, prüft, was der Wille Gottes ist.“

Und Jesus setzt im Evangelium meines Erachtens noch eins drauf, wenn er sagt: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“

Das klingt nach einer beinharten Forderung. Letztlich ist es das auch.

So wird es von uns allen erwartet. Nicht nur die Ordensleute oder Priester sollen sich ganz in den Dienst Jesu stellen, sondern jede Christin und jeder Christ ist dazu aufgerufen, seine eigenen Interessen zurückzustellen und stattdessen für die Sache Jesu zu leben. Das heißt: zu leben für die Liebe, die von Gott kommt und die unser ganzes Leben beansprucht.

Die Liebe Gottes weiterzugeben ist also nicht eine Nebensache für das Wochenende sondern betrifft das ganze Leben. Und da unterscheiden wir uns radikal von der Konsumgesellschaft, die dem Lebensgefühl hinterherläuft.

Wir leben davon, dass wir die Liebe Gottes verschenken.

Wir sind nicht da, um zu nehmen, sondern um weiterzugeben, was wir selbst empfangen haben.

Ihr Pfarrer