Das Wort zum Sonntag – 18. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Wir alle streben nach Glück bzw. wollen glücklich sein. Dazu eine alte russische Geschichte:

Ein alter russischer Bauer hatte einen Sohn. Der bewirtschaftete mit dem einzigen Pferd, das sie hatten den kleinen Hof. Eines Tages lief das Pferd weg. „Ach was für ein Unglück“, sagten die Nachbarn, „wie willst du jetzt dein Land bestellen?“ Doch der Bauer antwortete nur: „Na, vielleicht ist es auch Glück.“ Tags darauf kam das Pferd wieder und brachte 4 Wildpferdstuten mit. „Was für ein Glück“, sagten die Nachbarn. „Na, vielleicht ist es auch Unglück“, sagte der Alte. Beim Einreiten der Wildpferde stürzte der Sohn und brach sich sein Bein. „Was für ein Unglück“, sagten da die Nachbarn. „Na, vielleicht ist es auch Glück“, antwortete der Bauer. Tags darauf kamen die Soldaten des Zaren und pressten alle jungen Männer in den Kriegsdienst. Nur der Sohn konnte aufgrund seines gebrochen Beines nicht mit...

Was Glück ist oder Unglück – erweist sich oft erst im größeren Zusammenhang. Den wir im Moment gar nicht sehen können.

Was uns glücklich macht. Was uns Vergnügen beschert. Wohlbefinden hängt vor allem auch von uns selbst ab: So unterschiedlich wie wir sind, so sind auch unsere Glückserlebnisse unterschiedlich: Ein Vollbad mit einem guten Buch und einem Glas Rotwein. Eine gute Note in der Deutsch-Matura. Ein zauberhafter Sonnenuntergang. Eine zärtliche Hand, die meine Tränen abwischt. Ein berührendes Konzert. Ein köstliches Essen.

Ich hoffe und wünsche euch, dass ihr – und bitte nicht nur jetzt im Sommer – viele solche Glücksmomente erlebt, euch Zeit dafür nehmt und Kraft schöpft und vor allem auch: dass wir es auch schaffen, wenn wir sehen, dass andere glücklich sind, vielleicht glücklicher als wir selbst, dass wir uns dann nicht ärgern, sondern sich mit ihm über sein Glück freuen können.

Pfarrassistent Franz Pamminger