Das Wort zum Sonntag – 16. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Es ist nicht gut für den Menschen, wenn er nichts zu tun hat. Müßiggang ist bekanntlich „aller Laster Anfang“, das heißt müßiggängerisches Nichtstun ist ein guter Nährboden für ein ungeordnetes Leben.

Umgekehrt garantiert jedoch ein lückenlos vollgeschriebener Terminkalender noch lange nicht, dass ein Mensch auch ein erfülltes Leben führt. Im Gegenteil, es ist sogar zu vermuten, dass irgendetwas nicht stimmt, wenn jemand immer nur auf Achse ist, immer nur von Termin zu Termin hetzt und sich keine Pause gönnen, sich nie der Muße hingeben kann.

Die Apostel haben zwar in einer Zeit gelebt, in der der Terminkalender noch nicht erfunden war, aber über ein zu wenig intensives Arbeitspensum konnten sie sich gerade auch nicht beklagen. Bisweilen war der Stress sogar so groß, dass sie nicht einmal Zeit für eine kurze Mittagspause hatten. Aber Jesus, der gesagt hatte, dass der Mensch nicht für den Sabbat, sondern der Sabbat für den Menschen da sei, dachte auch von der Arbeitszeit nicht anders. Darum trieb er die von der Arbeit erschöpften Apostel nicht zu noch mehr Leistung an, sondern sagte zu ihnen: „Kommt und ruht ein wenig aus!“

Ihr Pfarrer