Das Wort zum Sonntag – 15. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

„Wer Ohren hat, der höre!“ – mit diesen Worten beschließt Jesus das Gleichnis vom Sämann, das wir an diesem Sonntag hören.

„Wer Augen hat, der lese!“ – so könnte die aktuelle sinngemäße Übersetzung für uns Menschen des 21. Jahrhunderts lauten. Warum? Nun - man kann die Bibel zwar ohne Glauben lesen, aber man kann den christlichen Glauben nicht ohne Bibel leben. Die Bibel ohne Glauben ist ein guter Ratgeber. Doch letztendlich wäre das allein auch nicht ausreichend. Es geht vielmehr darum, das gehörte oder gelesene Wort Gottes in die Tat umzusetzen! Gerade an der heutigen Bibelstelle ist das gut erkennbar.

Wir haben hier ein Gleichnis, das jeder versteht, der schon einmal Samen angepflanzt hat. Das Verhalten der Saat auf verschiedenen Böden wird hier leicht verständlich erklärt. Was will uns Jesus mit diesen sehr anschaulichen Bildern sagen? Ich denke, er möchte uns einladen, unser Christsein ein wenig auf den Prüfstand zu stellen und uns mit folgenden Fragen auseinanderzusetzen:

- Bin ich ein guter Boden, in dem das Wort Gottes Wurzeln schlagen und wachsen kann?
- Bin ich ein felsiger Boden, auf dem Gottes Wort keine Chance hat und letztendlich verdorrt?
- Bin ich ein Boden, auf dem allerhand Unkraut wuchert und die eigentliche Saat umbringt?

Nun - ich bin fraglos ein guter Boden, wenn ich uneigennützig anderen ein Strahlen in die Augen zaubere. Ich bin ein felsiger Boden, wenn mein hartnäckiger Stolz mich von meinen Mitmenschen entfernt. Ich bin ein guter Boden für Unkraut, wenn ich mich dazu hinreißen lasse, über andere Menschen abfällig oder schlecht zu reden, vielleicht auch über sie zu urteilen.

Letztlich liegt es nur an mir selbst, welcher Boden ich für das Wort Gottes sein möchte. Denn im Grunde steckt in jeder und jedem von uns ein guter und fruchtbarer Boden.

Ihr Pfarrer