Das Wort zum Sonntag – 10. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Manchmal findet man an Straßenkreuzungen ein besonders auffälliges Verkehrszeichen vor, auf dem auf rotem Grund in großen weißen Buchstaben das Wort STOP geschrieben steht. Der Gesetzgeber hat es hier nicht aufgestellt, weil ihm gerade fad war oder weil er den Autofahrerinnen und Autofahrern eins auswischen wollte. Das Stoppschild findet sich an besonders gefährlichen Kreuzungen. Auch wenn es die Fahrt unterbricht und es schlicht und ergreifend unbequem ist: bei diesem Schild heißt es Anhalten. Ohne Wenn und Aber! Und erst, wenn ich mich vergewissert habe, dass die Straße frei ist, kann ich die Fahrt fortsetzen. Andernfalls kommt es unweigerlich zum Crash mit möglicherweise tödlichen Folgen.

Auch auf der Straße meines Lebens finden sich zuweilen solche Stoppschilder. Manchmal gerade dann, wenn die Fahrt zügig voran zu gehen scheint. Gott stellt mir dann und wann ein Stoppschild auf den Weg, damit ich mich vergewissern kann, ob ich mich nicht auf Kollisionskurs befinde. Manchmal ist es einfach gut, eine Pause einzulegen und die Situation von Grund auf zu überblicken. Wie schaut's denn aus auf meiner Fahrt durchs Leben? Ist meine Fahrweise vielleicht manchmal zu riskant und ich setzte auf die Dauer meine Gesundheit, meine Familie oder sogar mein Leben aufs Spiel, wenn ich so weitermache? Lauern Herzinfarkt oder Burnout schon hinter der nächsten Kurve auf mich?

Gott setzt an markanten Stellen auf der Straße meines Lebens immer wieder deutliche Verkehrszeichen. Er zeigt mir schon, wann es notwendig ist, rechtzeitig den Fuß vom Gaspedal zu nehmen – darauf ist Verlass.

Wenn ich auf seine Zeichen achte, wird mir bald klar: Er hat seine Hinweise nicht aufgestellt, weil ihm gerade fad war oder weil er mir eins auswischen wollte. Es geht ihm darum, dass ich mein Arbeitstempo auch langfristig durchhalte und mein Ziel sicher erreiche.

Und wenn ich aufmerksam auf seine Zeichen in meinem Leben achte, dann merke ich bald: es tut gut, einfach hin und wieder einen Gang runter zu schalten und manchmal auch ganz anzuhalten. Der Sommer und der Urlaub sind da wie geschaffen dafür.

Ihr Pfarrer