Das Wort zum Sonntag – 9. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Wir sollen den Sabbat – für uns den Sonntag – ehren, wird uns in den Schrifttexten dieses Sonntags aufgetragen und Jesus zeigt und dabei auch einen Weg, mit diesem Gebot umzugehen. Aber was heißt das für uns heute?

Das Volk Israel war in Ägypten versklavt. Gott hat sie befreit aus der Gefangenschaft, aus der unwürdigen Sklaverei. Ein Sklave ist ein Mensch, dessen Wert davon abhängig ist, wie gesund er ist, wieviel er arbeitet. Ein Sklave wird gekauft oder verkauft. Ein Sklave ist der Inbegriff von Unfreiheit, ein Mensch ohne Rechte. Der Mensch soll diese Situation nie vergessen. Darum wollte Gott, dass der Mensch einen Tag in der Woche hat, an dem er nicht arbeitet. Gott will schon, dass wir durch unsere Arbeit und unser Tun die Welt gestalten. Doch wir sind mehr als unsere Arbeit. Unseren Wert bekommen wir daher, dass Gott uns liebt, dass wir mit ihm und untereinander Gemeinschaft haben und pflegen. Durch das Gebot den Sabbat zu heiligen, hat Gott den Menschen eine neue Freiheit geschenkt. Es ist die Freiheit, sich nicht von der Arbeit beherrschen zu lassen.

Der Mensch ist Gott am wichtigsten. Das Gebot, als Christen und Christinnen den Sonntag zu halten, hat einen ganz tiefen Grund. An diesem Tag können wir Gott begegnen. Dazu sind wir eingeladen. Der Gottesdienst ist eine Zeit und auch eine gute Gelegenheit, Gott zu hören in der Lesung, im Evangelium, in der Predigt. Wir können Worte hören, die uns befreien können aus den Zwängen, immer nur funktionieren zu müssen, unseren Wert durch Leistung zu steigern. Der Gottesdienst ist eine Gelegenheit, die Liebe zu Gott zu pflegen.

Jesus befreit uns von aller Selbstsucht, aus einem Leben, das nur für sich selbst lebt. Der Gottesdienst braucht nicht als Pflicht angesehen werden, die es abzuleisten gilt. Vielmehr ist ein Gottesdienst eine Zeit, in der wir Kraft schöpfen für unser Leben, in der uns Gott uns unseren Wert zusagt, in dem uns Gott versichert, dass wir geliebt sind.

Gott die Ehre zu geben, ihn anzuerkennen als Sinn und Ziel unseres Lebens, das ist der Sinn des Sonntagsgebotes. Dann kann alles, was unser Leben sonst noch ausmacht, seinen wahren und richtigen Platz bekommen und nicht wieder selbst zu Götzen werden, die uns unfrei machen.

Diese Freiheit, dieses erfülltes Leben wünsche ich euch!

Pfarrassistent Franz Pamminger