Das Wort zum Sonntag – 5. Sonntag der Osterzeit

Liebe Pfarrgemeinde!

„Amen, amen, ich sage euch:
Wer an mich glaubt, wird die Werke,
die ich vollbringe, auch vollbringen,
und er wird noch größere vollbringen,
denn ich gehe zum Vater.“ Joh 14,12

Gerade jene Forscher, denen die bahnbrechendsten Leistungen geglückt sind, waren immer auch diejenigen, die demütig eingestanden, wie klein im Grunde der Anteil ihrer eigenen Leistung ausfällt, gemessen an dem, was sie schon vorfanden und worauf sie weiterbauten. Kein Geringerer als Galileo Galilei soll einmal gesagt haben: „Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen.“

Das Bild vom Kleinen, der den Großen überragt, weil er ihm auf der Schulter sitzt, kennen wir auch im christlichen Bereich, nur ist es im Fall des bärenstarken Christophorus umgekehrt: das kleine Kind, das er trägt, ist wirklich größer – und macht dem Riesen bewusst, wie klein er selber eigentlich ist. Im Grunde ist er, der Christophorus, dessen Name „Christusträger“ bedeutet, nicht der Träger, sondern der von Christus getragene – oder wäre es zumindest, wenn er es wagte, sich von Christus tragen zu lassen.

Jesus jedenfalls hat alle ermuntert, ihm auf die Schulter zu steigen. Gar nicht auszudenken, wie riesig wir werden könnten, würden wir uns nur auch selber zutrauen, was er uns zutraut. Sagt er doch, dass wir, wenn wir an ihn glauben, nicht nur die Werke vollbringen können, die er selber vollbracht hat, sondern noch größere!

Ihr Pfarrer