Das Wort zum Sonntag – 1. Fastensonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Die Fastenzeit hat begonnen. Der Bogen, den ich in meiner Pfarre vom Faschingssonntag bis zum Ostersonntag spanne, ist von Redensarten und Bildern eines Freundes getragen. Am Aschermittwoch war da der Satz: „Aus der Haut fahren – Frischzellenkur!“ – Unsere/ meine Haut ist ein Grenzorgan, sie ist mein größtes Kommunikations- und Sinnesorgan, sie registriert jede Regung, ist stressanfällig und sensorisch hochempfindlich. Die Haut sorgt dafür, dass ich innen fühle, was außen vor sich geht. Der Apostel Paulus rät uns, dass jede Kur innen anfangen muss, damit sie langfristig Wirkung zeigt. Das ist die Einladung, die auch in der Fastenzeit an uns ergeht: Nehmen wir unseren Körper, die körperlichen Leiden, die Narben auf und unter unserer Haut sehr ernst, aber stellen wir dieser „Trübsal“, wie Paulus das nennt, etwas entgegen – die Gewissheit von Ostern: diese ewige, unendliche und von daher „über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit“! Wir haben die Passion und das Kreuz Jesu Christi eigentlich schon hinter uns – wir können aus der Kraft der Auferstehung leben und auf die Kraft der Auferstehung hoffen in unserer Trübsal. „Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar wird!“ sagt Paulus im Korintherbrief – Das ist nicht die Paulus normalerweise zugeschriebene Abwertung des Körpers, sondern im Gegenteil: Aufwertung des ganzen Menschen: außen und innen. Den äußereren Menschen und den innereren Menschen (wieder) miteinander in Einklang bringen, darum geht es, wenn wir in der Fastenzeit unsere „Frischzellenkur“ beginnen.

Dass euch/uns so eine Frischzellenkur gut tut, das wünsche ich uns allen für die kommenden Wochen bis Ostern: Mag schon sein und darf auch sein, dass wir bisweilen „aus unserer Haut fahren möchten“, dass das Leben uns so manche Narben schlägt, aber letztendlich soll uns unsere Haut schützen, entscheiden, was uns an Dingen und Menschen unter die Haut geht, damit wir uns wohl fühlen in unserer Haut.

Pfarrassistent Franz Pamminger