Das Wort zum Sonntag – 3. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Immer wieder wird uns gesagt, dass Gott uns liebt. Es wird uns berichtet, dass er seinen Sohn in unsere Welt gesandt hat. Es heißt, dass Jesus gekommen ist, um den Armen eine frohe Botschaft zu bringen, den Gefangenen Freiheit und den Blinden das Augenlicht. So hören wir es auch heute im Evangelium.

Damit geht ein alter Menschheitstraum in Erfüllung. Der Traum von Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für alle.

Aber können wir das beispielsweise auch an einem Tag glauben, an dem alles schief geht? Können wir das in einem Jahr glauben, in dem es auf der Welt wieder einmal drunter und drüber geht? Können wir glauben, dass sich wirklich jeder Mensch den Frieden wünscht, wenn wir die neuesten Nachrichten verfolgen?

Sollen wir wirklich glauben, was in einem alten Buch steht?

Nun, ich denke, wenn wir in unseren Alltag hineinschauen, dann gibt es da schon immer wieder Momente, in denen wir nicht lange nachdenken, sondern einfach aus Vertrauen heraus handeln. Sogar, wenn wir es mit wildfremden Personen zu tun haben – ein gewisses Grundvertrauen ist uns allen in die Wiege gelegt. Presse-, Rundfunk- und Onlineberichte erzählen allerdings nur recht selten frohe Botschaften, außer es handelt sich um eine glimpflich ausgegangene Katastrophe.

Und auch die Werbung legt uns nahe, dass die Sicherheit im Leben beispielsweise nur durch den Erwerb eines Autos von bestimmten Herstellern gegeben ist und es das einzig erstrebenswerte ist, wenn die Preise fallen oder es besondere Schnäppchen gibt. Dabei übersehen wir das beste Angebot, weil dafür kein Platz mehr in der Werbung ist.

Auch in den Bücherregalen ist vielfach kein Platz mehr dafür.

Aber in der Werbung und in Bücherregalen ist dafür auch kein Platz zwingend notwendig. Wichtig ist einzig und allein, mit dem Herzen zu begreifen, dass Gott uns über alles liebt.

Ihr Pfarrer