Das Wort zum Sonntag – Fest der Taufe des Herrn

Liebe Pfarrgemeinde!

"Ist hinter allen Dingen, die scheinbar nicht gelingen, doch einer, der mich liebt?", so fragt Silja Walter in ihrem Gedicht "Lied der Armut".

Das ist eine Frage, die viele von uns beschäftigt - besonders am Anfang eines neuen Jahres. Es ist wenige Tage alt, dieses Jahr 2020. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Viele von uns haben wichtige Pläne. Ob uns das alles gelingen wird, was wir uns vorgenommen haben?

"Mir macht das neue Jahr Angst. Ich blicke mit wenig Optimismus in die Zukunft!" Auch diese Stimmen gibt es. Verständlich! Die Welt scheint derzeit ein Pulverfass zu sein. Friedensbemühungen verlaufen im Sand. Und nach wie vor suchen Menschen aus den Kriegsgebieten hier bei uns Schutz und Geborgenheit. Das stellt uns vor große Herausforderungen.

Die Frage scheint also berechtigt: Müssen wir Angst haben vor dem neuen Jahr?

Ich denke, Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Angst lähmt, macht kurzatmig und eng. Ängste hindern uns am Leben, sie bringen nur Stillstand und Misserfolg. Wer sich von seinen Ängsten leiten und besiegen lässt, der scheitert am Ende.

Da ist es vernünftiger, mit Mut, Vertrauen und Hoffnung in die Zukunft zu schauen. Auch wenn sich die Herausforderungen des neuen Jahres wie ein hoher Berg vor uns aufzutürmen scheinen. Wir müssen uns letztlich unseren Ängsten stellen. Nur so können wir den Gipfel 2020 bezwingen - auch, wenn manche Dinge auf den ersten Blick nicht gelingen.

Die Kirche feiert am Beginn des neuen Jahres das Fest der Taufe des Herrn. Damit beginnt das öffentliche Wirken Jesu. Die Taufe ist für Jesus und für uns alle ein wichtiges und göttliches Zeichen, dass Gott uns in allem nahe ist, was geschieht. Auch und gerade in den Dingen, die scheinbar nicht gelingen.

Als Jesus von Johannes getauft wurde, da öffnete sich der Himmel und eine Stimme sprach: "Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen!" Und so spricht Gott auch zu uns. Wir alle sind von Gott geliebt! Das ganze Jahr, das ganze Leben hindurch. Auch in den Dingen, die scheinbar nicht gelingen, ist einer da, der uns liebt. Wir sind und bleiben Kinder Gottes. Das soll uns Mut machen und Vertrauen schenken. Für das neue Jahr 2020 und für das ganze Leben!

Ihr Pfarrer