Das Wort zum Sonntag – Fest der Erscheinung des Herrn

Liebe Pfarrgemeinde!

Ein Esszimmer. Edel eingerichtet. Gemälde, ein großer Esstisch, Tafelsilber und Kristall – eben alles was dazugehört. Sonderbare Gäste sind eingeladen. Und sogar einen Butler gibt es. Wenn ich nun auch noch sage, dass auf dem Boden ein Tigerfell liegt, dann wissen Sie alle wovon ich rede. Manche oder gar viele von Euch werden am Sylvesterabend diese Sendung gesehen haben: Dinner for one. Was ist das besondere an Dinner for one, dass es sich Jahr um Jahr hartnäckig im Silversterprogramm hält? Was ist das besondere an einer schrulligen alten Dame und den mit ihr gealterten Butler?

Vielleicht ist es ja gar nicht dieser besondere Geburtstag, der da jedes Jahr wieder gefeiert wird. Vielleicht geht es auch gar nicht so um den Jahreswechsel, den wir doch immer gern mit vielen tiefen Bedeutungen aufladen. Ja vielleicht spricht so manchen dieser kurze Sketch auch schlichtweg aus der Seele. Irgendwie ist das was da geredet wird nämlich zutiefst menschlich. Ehrlich menschlich. Zwischen Gratulationen und der Besprechung der Menüfolge ist es immer die gleiche Frage, mit immer der gleichen Antwort: The same procedure as last year? - The same procedure as EVERY year. Das gleiche wie im letzten Jahr? Das gleiche wie JEDES Jahr!

Diese Miss Sophie, diese Art zu reden wohnt in jedem von uns. Diese eine besondere Stimme, die Beständigkeit sucht in einem Leben, das schneller vor sich hinläuft als wir es überblicken können. Diese Stimme die es weder als „dynamisch“ noch als „spannend“ empfindet, dass sich ständig etwas ändert. Und diese Stimme, die gerne alles beim gewohnten Alten vorfinden möchte – auch in der Zukunft. Doch diese Stimme in uns wird angefragt und hinterfragt. Wie Butler James im Sketch so tragen auch wir diese andere Seite in uns: Muss es wirklich so sein wie letztes Jahr? Muss es wirklich so sein wie es halt immer ist in meinem Leben? Kann ich nicht einmal ausbrechen aus den eingeschleiften Gewohnheiten? Kann sich nicht auch mal etwas ändern – oder sogar weiterentwickeln? Kann vielleicht sogar ICH mich ändern?

Besonders diese letzte Frage scheint viele Menschen zu beschäftigen. Wir schmieden Pläne, was im neuen Jahr anders, besser werden soll. Wir fassen gute Vorsätze! Und meistens sind sie dann schneller gebrochen als gefasst. Soll am Ende Miss Sophie Recht behalten? Ist es am Ende Realität, dass eben doch alles wie immer bleibt? Dabei wissen wir doch bereits, dass nichts beim Alten bleibt. Mit jedem Tag kommt die Veränderung in unser Leben. Mit jedem Schritt, den wir tun, schreiten wir voran in unserem Dasein. – und wir wissen dabei nicht, was wirklich kommen wird.

Wir können nicht sagen, was dieses Jahr unserer Stadt und unseren Pfarreien, unseren Familien und einem jeden von uns ganz persönlich bringt. Ich wünsche jedem und jeder dazu die Zuversicht, dass am Ende alles gut sein wird. Selbst dann wenn alles anders kommt als erwartet. Gott selbst begleitet uns durch alle Zeiten und Veränderungen. Gott selbst schenkt dieser neuen Zeit seinen Segen. Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes neues Jahr!

Pfarrassistent Franz Pamminger