Das Wort zum Sonntag – Christkönigssonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Wir feiern heute das Christkönigsfest.

Ein Grund, uns einmal die Frage zu stellen, was denn aus den hohen Titeln, mit denen Jesus als Kind in der Krippe begrüßt wurde, geworden ist: Messias, Sohn Davids, Friedensfürst?

Was davon zuletzt geblieben ist, sind nur Spott und Hohn! Die Führenden des Volkes verlachen ihn. Die Soldaten verspotten ihn. Und einer der Verbrecher verhöhnt ihn. Ein eigenartiger König.

Als Krone setzt man ihm ein Folterwerkzeug auf, als Bekleidung hängt man ihm einen Spottmantel um und als Zepter drückt man ihm ein armseliges Schilfrohr in die Hand.

Was für ein König, dieser König der Juden!

Er kommt in einem Stall zur Welt, nicht in einem Palast. Einfache Hirten finden ihn zuerst, nicht die Vornehmen des Volkes. Er reitet als König auf einem Esel in Jerusalem ein, nicht auf einem edlen Pferd. Er geht soweit, den Jüngern die Füße zu waschen. Er stirbt inmitten von Verbrechern. Er ist ein König, der alle Maßstäbe umkehrt.

Sein Reich ist nicht von dieser Welt. Seine Königsinsignien sind ganz anders, als sie uns von weltlichen Herrschern vertraut sind. „Sein Königskron‘ ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit“, heißt es in einem Adventlied.

Dieser König ist ganz anders, sein Reich ist nicht von dieser Welt - aber diese Welt soll sich zu seinem Reich wandeln. Bald!

Michael Lubega