Das Wort zum Sonntag – 7. Sonntag der Osterzeit

Liebe Pfarrgemeinde!

Die Apostelgeschichte erzählt uns heute von der Wahl von Matthias, der den Platz von Judas Iskariot einnehmen soll, der Jesus verraten hat. Es herrschte die einstimmige Meinung, dass die Zahl der Apostel beibehalten werden muss. Diese Absicht scheint aber in der frühen Kirche nicht lange zu dauern. Vielmehr beginnt die Kirche zu erkennen, dass das Amt des Apostels an mehr als nur zwölf Personen weitergegeben werden kann. Nichtsdestotrotz ist das Amt des Apostels wichtig. Das zeigt sich im ganzen Neuen Testament immer wieder.

Das Johannesevangelium enthält heute dieses wunderbare Gebet Jesu: Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind. Was für ein unglaubliches Gebet für uns! Dass wir eins sein mögen! So sehr eins, dass wir eins sind, so wie der Vater und sein Sohn eins sind! Das übersteigt alles, was wir uns vorstellen können. Und doch müssen wir für dieses Geschenk der Einheit beten.

Die Kirche ist das, was uns eint, denn die Kirche ist Christus, der in unserer Welt gegenwärtig ist. Viele sehen oft nur die Makel, die Sündhaftigkeit, die Skandale und die Gebrochenheit. So viele Heilige waren in der Lage, all das zu sehen und dennoch zu erkennen, dass die Kirche Christus ist, der in unserer Welt gegenwärtig ist. Das ist eine Gnade des Heiligen Geistes. Um diese Gnade und um den Glauben an dieses Geschenk sollen wir immer wieder beten.

Kirche sind Sie und ich. Kirche sind wir alle, die wir in Christus vereint sind. Kirche bist du und Kirche bin ich, die wir zusammenarbeiten, um sie lebendig und als Einheit zu erhalten. Die Kirche ist der fleischgewordene Christus in unserer heutigen Welt.

Liebe Schwestern und Brüder, lasst uns gemeinsam danach streben, dass die Gemeinde eins und lebendig bleibt.

Mögen wir eine besondere Gabe des Geistes geschenkt bekommen, so dass wir sehen können, wie Christus in seiner Kirche für unser aller Rettung leidet, um sie mit ihm zu versöhnen und um vereint mit ihm sein Liebeswerk in unserer Zeit fortzusetzen.

Michael Lubega