Willkommen in der Pfarre Linz – St. Peter!

Das Wort zum 30. Sonntag im Jahreskreis

Die biblischen Zeiten waren hart für Behinderte, für Kranke und für andere, die nicht in die Gesellschaft passten. Eine Beschäftigung fanden sie im Betteln. So wie Bartimäus, von dem das heutige Sonntagsevangelium erzählt:

Bartimäus sitzt im Staub, er wird von den Leuten ignoriert - besonders an diesem Tag. Er soll ja nicht auffallen, denn es kommt ein besonderer Gast und der soll nicht sehen, dass es in ihrem Dorf auch solche gibt. Und ich glaube, dass Bartimäus das auch wirklich versucht hat, doch als Jesus bei ihm vorüberging hat er gespürt: „Meine Chance - und vielleicht meine letzte.“ Er hat es nicht ausgehalten und hat Jesus gerufen.

Hier beginnt das Wunder. Die Menschen gehen nicht mehr an ihm vorbei oder beschimpfen ihn. Plötzlich unterstützen sie ihn und feuern ihn sogar an. Er wird jetzt von allen gesehen.

Und Jesus schenkt ihm Zuwendung, er nimmt diesen Blinden ernst, er fragt ihn nach dem, was ihm wichtig ist. Immer wieder fällt das auf, dass Jesus fragt, was er tun kann. Jesus hilft nicht einfach so. Er hilft, wenn sein Gegenüber auch weiß, welche Hilfe er benötigt.

Schauen wir mal wie das heute ist. Hat sich in unserer Gesellschaft wirklich so viel verändert?

Eher nicht, denn die Gesellschaft ist immer noch peinlich berührt, wenn Behinderte, Kranke oder alte hilfsbedürftige Menschen aufkreuzen. Sie zeigen auf, dass niemand vor so einem Leben sicher ist. Aus Verlegenheit wird es dann oftmals ins Lächerliche gezogen.

Dabei sind beeinträchtigte Menschen oft sehr fröhliche und positive Menschen. In meiner Tätigkeit als Behindertenpädagoge durfte ich beispielsweise erfahren, wie wunderbar und aus tiefstem Herzen sich behinderte Menschen freuen können.

Die Aussage: „So werd' ich hoffentlich nicht“, hört man oftmals bezogen auf sonderbar wirkende alte Menschen. Aber jedem ist es bewusst, dass man davor nicht flüchten kann. Wir werden alt - denn niemand will jung sterben. Die Alten zeigen uns immer wieder, wie vergänglich das Leben ist und wie einsam und verachtend es sein kann. Das wollen wir aber gar nicht so genau wissen.

Ich denke: alle Menschen sind letztlich eine Herausforderung. Denn jeder Mensch ist einzigartig, etwas ganz Besonderes. Gott hat uns geschaffen, er möchte, dass wir leben und Wunder vollbringen. Denn wir können Herzen heilen, Außenseiter in die Mitte stellen, Freude vermitteln, mit anderen teilen - der Mensch hat viel zu geben und oft unterschätzen wir uns. Denn wir sehen oft nicht richtig hin, wir sind blind, manchmal sogar taub.

Mit dem Glauben an Jesus bin ich dazu berufen schöpfungsgemäß zu leben, d.h. mit allen Sinnen und Gefühlen, mit Herz und Verstand, mit all dem was uns ausmacht und Wunder geschehen lässt.

Franz Zeiger, Pfarrer

 

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„...das habt ihr mir getan!“

Krieg und Terror zwingen Menschen, unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat zu fliehen. Sie müssen dort alles, was ihnen vertraut war, ihre Angehörigen, ihre Freunde und ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Sie kommen in unser Land mit der verzweifelten Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Geborgenheit.

Im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums sagt Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wir haben daher im Jahr 2015 in unserem Pfarrheim Platz für zwölf heimatlose Menschen geschaffen. Unsere Pfarrgemeinde hilft seither, so gut es geht.

Viele Freundschaften sind gewachsen. Mittlerweile sind unsere syrischen Freunde nicht mehr aus unserer Pfarre wegzudenken.

Ich danke allen Spallerhoferinnen und Spallerhofern und allen Freundinnen und Freunden aus Nah und Fern, die unsere syrischen Gäste so liebevoll annehmen, die uns immer wieder mit ihrem tatkräftigem Engagement, mit ihrem stets offenen Herzen und mit ihrem Gebet unterstützen.

Danke, dass Ihr uns helft, den uns anvertrauten Menschen vorübergehend ein menschenwürdiges Zuhause bieten zu können und ihnen einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen!

Ihr dankbarer Pfarrer
Franz Zeiger

Spallerhofer Tafel

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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