Willkommen in der Pfarre Linz – St. Peter!

Das Wort zum 17. Sonntag im Jahreskreis

zu allen Zeiten fragen Menschen wie damals die Jünger, wie sie beten können. Vielleicht haben Sie die Diskussion über die Vaterunser-Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“ verfolgt. Ich gebe Ihnen den Brief einer heutigen Jüngerin wieder, in dem sie sich ebenfalls diese Frage stellt. Sie versucht, über diesen Satz mit dem Evangelisten ins Gespräch zu kommen:

Lieber Lukas,
im elften Kapitel deines Evangeliums überlieferst du uns die Worte, mit denen Jesus gebetet und seine Jünger zu beten gelehrt hat.
Inzwischen ist dieses Gebet, das „Vaterunser“, wie es bei uns heißt, noch um einige Sätze erweitert worden. Wir beten es in jedem Gottesdienst. Unzählige Menschen haben durch die Jahrhunderte darüber nachgedacht und es zu verstehen versucht. Ich bemühe mich auch.
Heute bin ich an dem Satz hängen geblieben, mit dem das Gebet endet: „… und führe uns nicht in Versuchung …“.
Diese Zeile hat in letzter Zeit die theologische Diskussion angeheizt und auch mich stört sie immer, wenn ich sie bete. Warum sollen wir Gott bitten, uns nicht in Versuchung zu führen? Tut er das wirklich, hat er es jemals getan? Lockt er uns in zweifelhafte Umgebungen, um dann zu testen, ob wir auf dem Weg der Tugend bleiben? Nein, das kann ich nicht glauben! Schauen wir doch, wann in deinem Evangelium, lieber Lukas, an anderer Stelle von Versuchung die Rede ist. Da fällt mir sofort deine Schilderung im 4. Kapitel deines Evangeliums ein, wo Jesus zu Beginn seines öffentlichen Wirkens vierzig Tage in der Wüste verbringt. Es ist nicht Gott, der ihn da versucht! Das Böse, Hinterhältige und Verführerische hat einen ganz anderen Namen! Du schreibst: „… Jesus wird vom Teufel in Versuchung geführt.“ (Lk 4,2)
Wenn wir ganz an die Anfänge der Geschichte Gottes mit seinen Menschen zurückgehen, stehen wir mit Adam und Eva im Paradies und betrachten den Baum in der Mitte, von dem wir nicht essen sollen. Das Wasser läuft uns im Mund zusammen. Aber hat Gott diesen Baum extra erdacht, um uns in Versuchung zu führen? Oder ist es nicht vielmehr die Schlange, die eine Diskussion eröffnet und die Gier entfacht? Ist es nicht die eigene innere Schlangenstimme, die uns in Versuchung führt, Ausreden und Argumente vorbringt und nicht lockerlässt?
In Genesis 3 heißt es: „Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden.“ Mit keinem Wort klingt da an, dass Gott eine Prüfungssituation geschaffen hat. Wir selber sind es, die wir uns etwas vormachen oder von anderen einreden lassen. Wie erbärmlich ist die Einsicht, zu der Adam und Eva gelangen, nachdem sie der Versuchung nachgegeben haben und vom Baum der Erkenntnis gegessen haben. Nicht Gott hat sich auf die Lauer gelegt. Die Menschheit ist den Kinderschuhen entwachsen, kann unterscheiden und muss Verantwortung übernehmen.
Ausgestattet mit einem wachen Gewissen und den Zehn Geboten müssen wir Menschen seitdem mit der Freiheit und allen ihren Versuchungen zurechtkommen. Wie oft geht das schief! Da brauchen wir Gott dringend, der uns aufmerksam macht und auf falsche Wege hinweist.
Er führt uns nicht in die Versuchung, er führt uns in der Versuchung!
Lieber Lukas, ein kleines Wort, das einen großen Unterschied macht. Es lässt die Versuchung da, wo sie hingehört – beim Menschen. Und es gibt Gott die Größe, die er immer wieder zeigt – liebevoll an unserer Seite.
Die Versuchung gehört zur Welt. Mit Gott können wir der Versuchung widerstehen.
Daher wollen wir in Zukunft den Satz der Versuchung besonders bewusst zu sprechen und die Variation – führe uns in der Versuchung – mitdenken.
In diesem Sinne liebe Grüße! – Deine Schwester im Glauben.

Soweit der Brief einer Christin, die wissen will, was sie beten soll.

Sepp Krasser

 

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„...das habt ihr mir getan!“

Krieg und Terror zwingen Menschen, unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat zu fliehen. Sie müssen dort alles, was ihnen vertraut war, ihre Angehörigen, ihre Freunde und ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Sie kommen in unser Land mit der verzweifelten Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Geborgenheit.

Im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums sagt Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wir haben daher im Jahr 2015 in unserem Pfarrheim Platz für zwölf heimatlose Menschen geschaffen. Unsere Pfarrgemeinde hilft seither, so gut es geht.

Viele Freundschaften sind gewachsen. Mittlerweile sind unsere syrischen Freunde nicht mehr aus unserer Pfarre wegzudenken.

Ich danke allen Spallerhoferinnen und Spallerhofern und allen Freundinnen und Freunden aus Nah und Fern, die unsere syrischen Gäste so liebevoll annehmen, die uns immer wieder mit ihrem tatkräftigem Engagement, mit ihrem stets offenen Herzen und mit ihrem Gebet unterstützen.

Danke, dass Ihr uns helft, den uns anvertrauten Menschen vorübergehend ein menschenwürdiges Zuhause bieten zu können und ihnen einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen!

Ihr dankbarer Pfarrer
Franz Zeiger

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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