Willkommen in der Pfarre Linz – St. Peter!

Das Wort zum 7. Sonntag der Osterzeit

„Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir.“ (Joh 17,21)

Dieses Gebet Jesu scheint in zweitausend Jahren Kirchengeschichte noch immer nicht erhört worden zu sein. Durch alle Jahrhunderte sind Spaltungen überliefert. Und jetzt, im dritten Jahrtausend nach Jesus, spricht man vom „postreligiösen Zeitalter“. Es scheint gar keine Einheitlichkeit mehr zu geben. Jeder kann glauben oder leugnen, verkünden oder bewerben, was er will. Alle möglichen Sinnfindungsangebote kommen auf den Markt.

Sind wir Christ*innen vom Aussterben bedroht? Wo in aller Unverbindlichkeit und Vielfalt ist überhaupt noch etwas wie Einheit zu finden?

In jedem Verlust steckt auch ein Gewinn.

Das, was wir als Mangel empfinden, ist mitunter der Auslöser für eine positive Wende. Wir Christ*innen aller Konfessionen lernen dazu, werden toleranter und offener, knüpfen Verbindungen. Das ist der Anfang, die Basis, um zu einem Leib zusammenzuwachsen.

Wir haben begriffen, dass Gott unendlich größer ist als alle unsere Vorstellungen von ihm, alle unsere sorgfältig formulierten Glaubenssätze und Konfessionen, womöglich auch größer als unser Christentum. Er lässt es sich nicht nehmen, sich auch in anderen Weltanschauungen blicken zu lassen und sicherlich überall dort, wo ein sinnsuchender Mensch unterwegs ist.

Jesus bittet den Vater: „Alle sollen eins sein.“ Einig, vereint, ein Herz und eine Seele. Das ist etwas anderes als der Katechismus-Satz: „Außerhalb der Kirche kein Heil!“ Das ist nicht die Redeweise Jesu. Gott sei Dank – Gott lässt sich nicht vorschreiben, wohin er das Heil bringt; und Jesus hat in einem langen Lernprozess die Gruppe derer, die er heilte, immer erweitert; bis auch die kanaanäische Frau, die Unreinen, Heiden und Sünder*innen dazugehörten.

In unserer globalisierten Welt gewinnen Begriffe wie Einheit, Eins-sein eine neue Bedeutung. Wir benötigen mehr denn je eine Einheit in Vielfalt. Wir dürfen dem Beispiel Gottes folgen – auch er ist eine Einheit, dabei dreifaltig und mehr – unendlich vielfältig!

Die Einigkeit in Christus muss täglich neu erarbeitet, erbeten und erkannt werden. Es bedeutet nicht, dass alle Überzeugungen und Weltanschauungen in einen Topf geworfen und zu einem religiös-spirituellen Gemüseallerlei verkocht werden sollen. Es ist nicht egal, an was eine/einer glaubt.

In der Nachfolge Christi haben wir die denkbar beste Ausstattung mit auf den Glaubensweg bekommen. Wir sind auf Christus getauft und haben ihn als Gewand angelegt. Wir sind dadurch in einer ganz besonderen Weise vereinigt: erstens mit Jesus als dessen Jünger*innen, zweitens miteinander als Glaubensgeschwister und schließlich im Einklang mit uns selbst.

Ausgestattet mit dem Wissen, zu wem wir gehören, können wir tatkräftig für die Einheit, für Menschenrechte und Integration einstehen. Wir gehören mitten hinein in die zersplitterte Wirklichkeit unserer Welt, als Salz und Licht, als Sauerteig im Mischbrot unserer multikulturellen Gesellschaft. Wenn wir schweigen, ergreifen andere das Wort, die Macht.

Auf unserem Weg zum Eins-sein in Christus wird uns noch manches Hindernis begegnen. Eins davon ist der Zweifel, der uns immer wieder befällt und entmutigt. Wenn wir davon bedroht sind, aufzugeben, dann wird es Zeit, umzukehren. Dazu benötigen wir jede Menge Heiligen Geist, den wir erhoffen, dessen Kommen wir am kommenden Sonntag festlich begehen.

Sepp Krasser

 

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„...das habt ihr mir getan!“

Krieg und Terror zwingen Menschen, unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat zu fliehen. Sie müssen dort alles, was ihnen vertraut war, ihre Angehörigen, ihre Freunde und ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Sie kommen in unser Land mit der verzweifelten Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Geborgenheit.

Im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums sagt Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wir haben daher im Jahr 2015 in unserem Pfarrheim Platz für zwölf heimatlose Menschen geschaffen. Unsere Pfarrgemeinde hilft seither, so gut es geht.

Viele Freundschaften sind gewachsen. Mittlerweile sind unsere syrischen Freunde nicht mehr aus unserer Pfarre wegzudenken.

Ich danke allen Spallerhoferinnen und Spallerhofern und allen Freundinnen und Freunden aus Nah und Fern, die unsere syrischen Gäste so liebevoll annehmen, die uns immer wieder mit ihrem tatkräftigem Engagement, mit ihrem stets offenen Herzen und mit ihrem Gebet unterstützen.

Danke, dass Ihr uns helft, den uns anvertrauten Menschen vorübergehend ein menschenwürdiges Zuhause bieten zu können und ihnen einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen!

Ihr dankbarer Pfarrer
Franz Zeiger

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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