Das Wort zum Sonntag – 3. Adventsonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Die heutigen Lesungen erinnern uns daran, dass Gott unsere Freude ist.

Der heutige 3. Adventssonntag wird auf Lateinisch "Gaudete-Sonntag" genannt, „gaudete“ heißt übersetzt: „Freuet euch!“. Es ist ein Sonntag des Jubelns.

In der ersten Lesung erinnert uns Jesaja daran, dass Gott die Quelle unserer Freude ist.

Besonders in dieser Adventszeit erleben wir tiefe Not und Hilflosigkeit. Wir hoffen auf Gottes Hilfe und suchen nach tröstenden Antworten. Da heißt es nun in der heutigen Lesung nach Jesaja: „Meine Seele jubelt über meinen Gott“. Wir könnten diese Worte für eine Gewissenserforschung verwenden und uns fragen: Ist Gott die Freude meiner Seele? Vertraue ich Gott? Stelle ich Gott an die erste Stelle? Ich meine, nur so können wir letztlich Freude und Hoffnung haben.

In der zweiten Lesung, die dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher entnommen ist, werden wir ermutigt, uns zu jeder Zeit zu freuen und ohne Unterlass zu beten. Für alles sollen wir danken, denn das ist der Wille Gottes für uns in Christus Jesus. (1 Thess 5,16-18)

Ja, wir sind berufen, "uns immer zu freuen". Wie können wir uns immer freuen? Wenn wir unser festes Vertrauen und unsere tiefe Hoffnung auf Gott setzen, dann können wir uns "immer" tief im Inneren "freuen", auch in schweren Zeiten, wenn an der Oberfläche ein Sturm aufzieht.

Im heutigen Evangelium wird Johannes der Täufer von den Pharisäern gefragt: "Wer bist du?" und er erklärt: "Ich bin nicht der Messias" (Johannes 1,20). Und er sagt weiter: „Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt, der nach mir kommt; ich bin nicht würdig, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. (Johannes 1,26-27).

Johannes der Täufer kann für unsere Spiritualität Vorbild sein, wenn auch wir demütig die Größe des Herrn anerkennen. Johannes wies von sich weg auf Jesus. Demut, wie die von Johannes dem Täufer im heutigen Evangelium, bringt Glück. Hochmut, Gier und Stolz sind wohl sehr oft verantwortlich für menschliches Leid, bis hin zu wirtschaftlichen und sozialen Problemen.

Diese ermutigenden Worte Gottes in den heutigen Lesungen, erinnern uns daran, dass wahre Freude und echtes Glück nur in Gott zu finden sind. Wenn wir unsere Freude und unser Glück nicht in Gott finden, leben wir in einer Illusion. Nur in Gott können wir wahre Freude und Glück finden.

Die Zeit des Advents will uns zur Einsicht und Erkenntnis führen, dass die Antworten auf unsere tiefen existentiellen Fragen letztlich Gott gibt. Als Jesus die ersten drei Gebote so zusammenfasste, dass wir Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand und ganzer Kraft lieben sollen, gab er uns damit wirklich ein Rezept für tiefe Freude und dauerhaftes Glück.

Michael Lubega