Das Wort zum Sonntag – 2. Adventsonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Der Advent ist eine Zeit, wo wir alle mit Freude auf Weihnachten warten und besonders heuer fordert es von uns einiges an Geduld. Das ist eine Eigenschaft, die in unserer modernen Zeit einen jeden von uns nicht gerade auszeichnet. Wir sind nicht mehr gewohnt, uns lange und ausführlich auf etwas vorzubereiten oder auf etwas zu sparen, um uns dann nachher darüber freuen zu können. Die jetzige Zeit ist eher vom Motto geprägt: „Herr, schenke mir die nötige Geduld, aber bitte sofort!“ Wenn ich jedoch warten muss, habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder ich ärgere mich oder ich nutze die Zeit sinnvoll. Geduld kann die Umstände nicht ändern, aber sie ändert meine Einstellung zu den Umständen. Angeblich ist Geduld auch erlernbar, auch wenn ich selbst kein gutes Beispiel dafür bin.

Jeder von uns hat schon im Advent erlebt, dass Geduld – dieses Warten – sich auszahlt, weil das Fest danach umso schöner wird, wenn die Freude langsam wächst und man es so mehr auskostet. Darum warte ich gerne und freue mich auf Weihnachten. So wie sich Brautpaare lange auf den einen für sie besonderen Tag vorbereiten und immer wieder wunderbare Gefühle dabei erleben. Darum macht es auch Sinn, gerade im Advent für sich passende Rituale zu haben: sich zum Beispiel als Familie um den Adventkranz zu versammeln, Adventlieder zu singen, miteinander Maroni zu braten oder Punsch zu trinken, Barbara-Zweigerl zu haben, zu Wichteln, etc. – Einfach alles, was zu einem passt und einem und seinen Lieben Freude bereitet.

Daher wünsche ich euch für diesen Advent von Herzen: dass ihr in den Tagen bis dahin immer wieder diese Vorfreude auf das besondere Fest spürt und erlebt und dass ihr in dieser Zeit, wo uns viel Geduld abverlangt wird, ihr die kommenden Tage auch entsprechend genießen könnt.

Ihr Pfarrer