Das Wort zum Sonntag – Christkönigssonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

P. Engelbert Ferihumer, mein einstiger Heimatpfarrer, der mich bereits in Jugendjahren, später dann auch während meines gesamten Studiums begleitet und gefördert hat und mir bis heute ein guter väterlicher Freund ist, hat sich anhand eines Beitrags in der Zeitschrift „miteinander“ von Klaus Weyers Gedanken über das Christkönigsfest gemacht. Ich möchte Ihnen diesen Text nicht vorenthalten und ihn hier wiedergeben:

Das Tagesgebet am Christkönigssonntag bittet: „Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen.“

Das ist erstaunlich. Alle Geschöpfe sind nämlich nicht nur die Katholiken vom Neugetauften bis zum Papst oder die Menschen von Adam und Eva bis zum diamantenen Hochzeitspaar.

Geschöpfe sind eben auch der Kohlrabi im Garten und der Hund Waldi. Geschöpf ist alles, was geschaffen ist. Wenn alles Geschaffene von Jesus befreit wird, muss man auch seine Ansichten vom Himmel überdenken.

Bei mir hat das lange gedauert, bis ich von der Vorstellung wegkam, der Himmel sei nur für die vollendeten Menschen da und sonst für nichts. Das Christkönigsfest nennt Jesus nicht das Haupt der in den Himmel gekommenen Guten und Vollkommenen, zu denen hoffentlich auch ich gehören werde. Diese ganze Sache würde sich aber unabhängig von Baum, Strauch, Blume, Tier, Wein und Brot abspielen, sozusagen in einem sterilen Raum nur für uns. Es wäre ein Raum, in dem der Heilige Franziskus seinen Sonnengesang nicht mehr singen könnte, weil von all dem, was er da besungen hat, nichts mehr da wäre außer uns weiß gekleideten und Harfe spielenden Menschen.

Das Christkönigsfest trifft da eine wesentliche und sehr schöne Feststellung. Jesus Christus ist das Haupt der neuen Schöpfung und zwar der kompletten. Himmel ist keine sakrale Isolierstation, sondern alles in allem. Wir werden mit Augen und Ohren, Nase und Geschmacksnerven den ganzen Himmel erleben und mit unseren Händen ertasten können. Es wird Gottes Geschenk und unser Himmel sein.

Wie das ist, können auch die gescheitesten Theologen nicht erklären. Nur die Beter und Dichter ahnen etwas davon. Das macht aber nichts. Es wird unaussprechlich schön sein.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen hoffnungsfrohen und gesegneten Christkönigssonntag -

Ihr Pfarrer