Das Wort zum Sonntag – Christkönigssonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Das Evangelium spricht von einer seltsamen Konfrontation zwischen Pilatus, dem römischen Gouverneur und Jesus. "Bist du der König der Juden?", fragt Pilatus. Er ist irritiert, als dann Jesus ihn fragt, ob er selbst diese Frage nach dem Königtum Jesu an ihn stellt oder ob es sich um ein Gerücht oder um eine Anschuldigungen handelt, die er von anderen gehört hat. Pilatus ist es ausgesprochen unangenehm, dass Jesus als Mitglied eines verachteten und unterworfenen Volkes mit ihm von Mensch zu Mensch spricht und sich so auf die gleiche Stufe mit Pilatus stellt. Dass sich das Gleichgewicht der Kräfte verschiebt, ist Pilatus äußerst unangenehm. Pilatus muss erkennen, dass wirkliche Macht und echte Autorität nicht mit Positionen oder Titeln gegeben sind, sondern als innere Kraft einer Person, wie es zum Beispiel bei Mutter Teresa der Fall war.

Jesus drängt sich in seinem Verhalten niemandem auf, wie es Pilatus versucht. Jesu will in seiner Macht und Autorität nicht über Menschen dominieren, sondern ihnen neue Möglichkeiten eröffnen und Kraft schenken.
Überall dort, wo wir Autorität haben, etwa als Eltern, als Lehrer, als Arbeitgeber, als Priester, als Regierungsbeamte oder als Manager, da müssen wir uns am Beispiel Jesu orientieren.

Jesus ist nicht wirklich unser guter und wohlwollender König, wenn wir nicht bewusst seine Untertanen sind. Er ist nicht unser König, wenn wir nicht auf seine Worte hören, aber er ist unser König, wenn wir ihn lieben, ihm dienen und ihm nachfolgen.
Er ist nicht unser König, wenn wir uns nicht aktiv mit seinen Zielen, den Zielen seines Königtums identifizieren. Wir gehören zu seinem Königtum, zum Reich Gottes, nicht nur weil wir getauft sind und somit Christen beziehungsweise Katholiken sind, oder weil wir uns in verschiedene religiöse Aktivitäten einbringen.

Wir können sagen, dass wir zum Königreich Jesu – besser gesagt, zum Reich Gottes – dann gehören,

  • wenn wir versuchen, mit ihm zu gehen, seiner Botschaft und seinem Leben zu folgen,
  • wenn wir versuchen, unser Leben vollständig im Geist des Evangeliums zu leben,
  • wenn dieser Geist des Evangeliums jede Facette unseres Lebens durchdringt.

Schließlich glauben wir, dass Jesus nicht nur der König der Christen ist, sondern der Herr des gesamten Universums ist, wie es die zweite Lesung uns sagt. Aber er ist ein ganz besonderer Herr. Es liegt in der Verantwortung eines jeden von uns, ihn besser kennenzulernen und anderen zu helfen, ihn besser kennenzulernen:

  • als einen König, der bedingungslos liebt
  • als einen König, der sich mit dem Sünder versöhnen möchte
  • als einen König, der helfen und die Kranken und Schwachen heilen will
  • als einen König, der demütig und nicht überheblich ist
  • als einen König, der sein Leben mit uns teilen will - für immer

„Herr Jesus, hilf uns, dass du in unserem persönlichen Leben ein wahrer König bist. Amen"

Michael Lubega