Das Wort zum Sonntag – 33. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Heute möchte ich an dieser Stelle über die Berufung und die radikalen Entscheidungen der beiden berühmten Heiligen Elisabeth und Martin nachdenken.

Elisabeth, die die Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn und seiner Frau Gertrude aus Andechs war, beschloss nach dem Tod ihres Mannes Landgrafen Ludwig IV. aus Thüringen (der in einem Kreuzzug ums Leben kam), Christus anzunehmen.

Sie war 19 Jahre alt, als sie eine neue Berufung des Lebens annahm, ein Leben der Einfachheit, Armut und der Liebe zu den Armen zu führen. Die Botschaft des heiligen Franz von Assisi hatte in ihr ein großes Echo gefunden. Sie floh von der Wartburg und lebte als Franziskanerterziarin in großer Armut.

Sie gründete ein Krankenhaus in der Nähe von Marburg an der Lahn, das sie leitete und in dem sie die Arbeit übernahm, die niemand sonst machen wollte.

Sie starb nach kurzer Krankheit in der Nacht vom 16. auf den 17. November 1231.

Andererseits habe ich mir letzten Montag ein kurzes Stück angesehen, das die Kinder unseres Kindergartens so gut gespielt haben. Sie spielten das Leben von St. Martin und dem Bettler. Wie Martin, der Soldat eines Königs, das Militärleben einem Soldaten Christi überließ. Wie er einen Bettler auf der Straße traf, der im Winter zitterte, und wie er seine Umhang halbierte, um ihn mit dem Bettler zu teilen; und dass er nachts träumte, dass Jesus selbst mit dem zerrissenen Umhang bekleidet war. Als er dann aufwachte, war sein Kleidungsstück wieder ganz.

Liebe Freundinenn und Freunde, diese beiden Heiligen haben ihr Leben radikal verändert, sie haben sich einem Leben der Herrschaft und Macht verwehrt, sie haben sich selbst ein Leben des Komforts und des Luxus verwehrt, um die Liebe und den Dienst für die Armen anzunehmen. Sie haben nicht nur Charity praktiziert, sondern auch Caritas gelebt!

In der Legende von Martin und dem Bettler werden wir auch ermutigt, das Wenige, das wir haben, mit den Bedürftigen zu teilen. Er hatte einen Umhang, schnitt ihn aber in zwei Teile, damit er ihn mit dem Bettler teilen kann. Das hat mich berührt!!!! Vielen Dank an die Kinder, die das Stück gespielt haben! Liebe Freundinnen und Freunde, wir brauchen nicht viel zu haben, um mit anderen zu teilen – wir brauchen nur den Willen und den Wunsch, mit anderen zu teilen.

Ja, es gibt wirklich materielle Armut, aber es gibt viele Menschen, die unter anderen Arten von Armut leiden, und viele sind auch unter uns. Einige können sogar unsere Verwandten oder Nachbarn sein – die Einsamen, die Ausgegrenzten, die Kranken, jene die unsere Aufmerksamkeit brauchen, die politisch Misshandelten und viele andere.

Ich nutze diese Gelegenheit, um der Caritas für ihre Initiative zur Unterstützung der Armen und vieler anderer Organisationen oder Gruppen zu danken. Ich kann nicht vergessen, euch Menschen guten Willens zu danken, die ihr das, was ihr habt, mit den Armen teilt. Ich komme aus Afrika, ich weiß, wie Armut riecht, wie Armut aussieht, wie katastrophal Armut ist und wie Armut töten kann!

Wenn ich also Danke sage, dann meine ich es von ganzem Herzen!

Kurat Michael Lubega