Das Wort zum Sonntag – 28. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Letzten Sonntag feierten wir das Erntedankfest in der Pfarre Dreifaltigkeit in Oed, an diesem Sonntag feiern wir das gleiche Fest in St. Michael am Bindermichl, und am nächsten Sonntag feiern wir das gleiche Fest in St. Peter. Deshalb nutze ich diese Gelegenheit, um über meine Meinung der Dankbarkeit gegenüber Gott und den Mitmenschen zu schreiben.

Am Erntedankfest denken wir daran, dass Gott alles gemacht hat, die Natur, die Pflanzen, die Tiere, den Menschen. Wir feiern, dass sich Gott um uns sorgt und uns durch seine Schöpfung Tag für Tag das gibt, was wir zum Leben brauchen. Dank unserer Arbeit können wir zwar vieles leisten, aber nicht alles vollbringen.

An Erntedank halten wir auch inne: unser ganzes Leben ist nämlich und letztlich ein verdanktes. Bei diesem Fest wollen wir neben den Gaben der Erde und des Feldes Gott besonders danken für die Begabungen, die uns geschenkt sind. Im Römerbrief schreibt der Apostel Paulus:"Gott hat jedem von uns durch seinen Heiligen Geist unterschiedliche Gaben geschenkt." (Röm. 12, 6) Gott hat jedem von uns unterschiedliche Begabungen gegeben. Auch dafür, was alles durch diese Begabungen entsteht, dafür wollen wir heute bei diesem Fest auch danken.

In Uganda ernten wir zwei Mal im Jahr. Als Kind habe ich gesehen, wie meine Mutter einen Teil der geernteten Früchte an die Nachbarn und Verwandten weitergegeben hat. In Uganda glauben wir, dass man, um eine fruchtbare Ernte zu haben, die Zusammenarbeit mit anderen braucht. Die Zusammenarbeit könnte durch Gebete oder körperliche Hilfe erfolgen. Wenn ein Nachbar zum Beispiel eine Kuh, die in der Plantage eines anderen weidet, findet, wird der gute Nachbar sie entfernen.

Das hat mich viel gelehrt, die Gegenwart anderer in meinem Leben zu erkennen und zu schätzen. Es ist schwierig, die Gegenwart und das Werk Gottes in unserem Leben anzuerkennen, wenn wir uns nicht um unsere Mitmenschen und andere Geschöpfe kümmern und sie schätzen können.

Liebe Freunde, ein einfaches Dankeschön, ein einfacher Gruß, ein einfacher Besuch, ein einfacher Anruf, eine einfache Umarmung oder ein Kuss, oder sogar ein Geschenk, bringt einem ein Lächeln, oder lässt einen sich geliebt und umsorgt fühlen!

Es ist oft üblich für uns, uns über viele Dinge im Leben zu beschweren. Manche beschweren sich über den Partner, einige über gesundheitliche Probleme, viele andere über die wirtschaftliche Situation, über Kinder oder Eltern oder sogar über die politische Situation!

Aber denken wir daran, dass es Menschen gibt, die in einer schlimmeren Situation leben als wir! Und nutzen wir diesen Tag stattdessen als Gelegenheit, um Gott und unseren Mitmenschen dankbar zu sein.

Kurat Michael Lubega