Das Wort zum Sonntag – 27. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Im Monat Oktober feiern wir unsere Erntedankfeste. Die Erfahrung, die hinter dem Erntedankfest steht und weltweit als Grund zum Feiern dient, ist eine Ur-Erfahrung der Menschheit quer durch alle Kulturen, Religionen und Nationen und durchgängig zu allen Zeiten. Es ist die Erfahrung, dass wir unser "tägliches Brot" oder eben auch den Reis oder den Maniok nicht unserer Leistung allein, oder schärfer formuliert, überhaupt nicht uns selbst zu verdanken haben, sondern Gott.

Damit Dankbarkeit wächst, müssen wir unseren Blick für die Realität öffnen: Kein Mensch kann alles und hat alles. „Jeder ist für den anderen geboren“, sagt ein afrikanisches Sprichwort. Es ist auch so, dass kein Mensch für sich stirbt (Röm 14,7). Der dänische Philosoph Kierkegaard sagt daher: „Es lohnt sich erst dann zu leben, wenn man eine Idee hat, für die es sich lohnt zu sterben“. Ich bin reich, wenn ich all die Dinge zähle, die ich für Geld nicht kaufen kann. Zum Beispiel Liebe und Wohlwollen, Hingabe und Eifer, Ausdauer und Fleiß, Gelassenheit und Geduld.

Das irdische und das ewige Leben kann der Mensch sich nicht selbst geben. Das Wichtigste gibt es nicht um Geld. Wenn wir jeden Tag in unser Tagebuch das Gute aufschreiben, das wir erlebt haben, haben wir immer Grund zum Danken. Dann wird die Geschichte unseres Lebens eine Sammlung schöner Erlebnisse, Eindrücke und Freundschaften sein.

Wenn es dann einmal im Leben kriselt, Undankbarkeit aufkommt, dann denken wir daran: die besten Ärzte der Welt sind Dr. Ruhe, Dr. Humor und Dr. Fröhlich oder Frau Dr. Musica. Aber der Arzt aller Ärzte ist Gott selbst. Er ist der Geber alles Guten. Er schenkt uns so viele Feste. Der Benediktinermönch David Steidl-Rast sagt. „Wäre das Wort „Danke“, das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen“. Dem kann ich mich nur anschließen - für mich ist Dankbarkeit ein Lebenselixier, lässt Traurigkeit überwinden, bringt Sonne und Wärme in mein Gemüt.

Ich wünsche euch, dass ihr vieles habt, wofür ihr gerne dankbar sein könnt und was euch leben lässt.

Pfarrassistent Franz Pamminger