Das Wort zum Sonntag – 27. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

An diesem Sonntag feiern wir unsere alljährliche Tiersegnung. Dabei denken wir ganz besonders an den Heiligen Franz von Assisi. Die Tiere sind Geschöpfe Gottes, von ihm gewollt und geliebt. Gott hat uns Menschen seine Tiere anvertraut, nicht ausgeliefert. Wir sollen auch von ihnen lernen. Oft zeigt uns Gott durch die Tiere, was Liebe bedeutet. Das zeigt auch folgende wahre Geschichte, die in Amerika veröffentlicht und von Frau Susanna Krallitsch ins Deutsche übersetzt wurde:

Mary und ihr Mann Jim hatten einen Hund namens Lucky. Wann immer Mary und Jim übers Wochenende Besuch hatten, warnten sie ihre Freunde, ihr Gepäck nicht offen zu lassen, denn Lucky würde sich selbst bedienen, wenn ihm etwas ins Auge fiel. Manchmal aber vergaß jemand darauf und schon fehlte etwas. Mary und Jim gingen dann zu Luckys Spielzeugkiste im Keller um den Schatz mitten unter Luckys Lieblingsspielsachen zu finden. Lucky räumte die Dinge, die er fand, immer in die Spielzeugkiste und bestand darauf, dass sein Spielzeug da drin blieb.
Eines Tages erfuhr Mary, dass sie Brustkrebs hatte. Etwas sagte ihr, sie würde an der Krankheit sterben. Sie vereinbarte einen Operationstermin. Sie hatte große Angst. In der Nacht bevor sie in Krankenhaus musste, kuschelte sie mit Lucky. Es kam ihr der Gedanke – was würde mit Lucky passieren? Obwohl der 3-jährige Hund Jim mochte, war er doch durch und durch Marys Hund. „Falls ich sterbe ist Lucky herrenlos“, dachte Mary. „Er wird nicht verstehen, dass ich ihn nicht verlassen wollte.“ Dieser Gedanke machte sie trauriger als der Gedanke an ihren eigenen Tod.
Die Operation war für Mary schwerer als es die Ärzte vorausgesehen hatten und sie war über zwei Wochen im Spital. Jim ging abends treu mit Lucky spazieren, aber der kleine Hund ließ nur traurig den Kopf hängen. Endlich kam der Tag, an dem Mary das Krankenhaus verlassen konnte. Als sie heim kam war sie so erschöpft, dass sie es nicht einmal die Treppe hinauf zu ihrem Zimmer schaffte. Jim machte es seiner Frau auf der Couch bequem und ließ sie ein Nickerchen machen. Lucky sah zwar zu, aber er kam nicht zu Mary, als sie ihn rief. Das machte Mary sehr traurig, aber bald schlief sie ein. Als Mary erwachte, verstand sie momentan nicht, was nicht stimmte. Sie konnte ihren Kopf nicht bewegen und ihr Körper fühlte sich heiß und schwer an. Aber die Panik wich bald einem frohen Lachen, als Mary die Ursache erkannte. Sie war bedeckt, buchstäblich zugedeckt, mit jedem Schatz, den Lucky besaß.
Während sie schlief, war der traurige Hund ein ums andere Mal in den Keller gegangen, um seinem geliebten Frauchen all seine Lieblingssachen aus seinem Leben zu bringen. Er hatte sie mit seiner Liebe bedeckt.
Mary vergaß zu sterben. Das ist jetzt zwölf Jahre her und Mary ist noch immer frei von Krebs.
Lucky? Er stibitzt noch immer Schätze und versteckt sie in seiner Spielzeugkiste. Aber Mary bleibt sein größter Schatz.

Manchmal zeigt uns Gott auch auf ungewöhnlichen Wegen, was Liebe bedeutet und was Treue heißt!

Ihr Pfarrer