Das Wort zum Sonntag – 22. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Ich frage mich öfter, wie soll ich mir Gott vorstellen, welches Bild von ihm spricht mich an? „Sonne und Schild ist Gott, der Herr!“ heißt es im Psalm 84. – Gott als die Sonne, ohne die es keine Wärme, kein Licht, letztendlich kein Leben gibt. Kann Gott auch blenden? – Ja! Wenn ich an so manche Gottes-Fanatiker oder gar Gottes-Krieger denke.

Es gibt unzählige Bilder von Gott:

Beim Propheten Hosea heißt es: „Ich werde für Israel sein wie der Tau, damit es sprosst wie die Lotosblüte und seine Wurzeln schlägt wie der Libanon!“ (Hos 14,6)

Wenn ich an die Genesis denke: „Dann pflanzte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten und setzte dorthin den Menschen.“ (Gen 2,8) - Gott als Gärtner, der für uns den Garten Eden pflanzt und uns da hineinsetzt.

Oder im Buch Deuteronomium: „Wie ein Adler sein Nest ausführt und seine Schwingen ausbreitet, eines von ihnen aufnimmt und es auf seinem Gefieder trägt!“ (Dtn 32, 11)

Ich lade euch ein, ich bitte euch, euch einmal ein wenig Zeit zu nehmen und für euch ganz persönlich zu überlegen, was Gott für euch ist, welche Bilder euch da einfallen und passend sind und dann sogar noch einen Schritt weiter zu gehen und sich zu fragen, was ihr selbst seid.

Für mich selbst passt da die kleine Spinne, die, auch wenn immer wieder das Netz zerrissen wird, dabei ist, sein Netz zu Gott und zu den Menschen zu spinnen versucht.

Pfarrassistent Franz Pamminger