Das Wort zum Sonntag – 21. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Was für ein Fels ist dieser Petrus? Wenn man die Evangelientexte im Ganzen liest, fällt er immer wieder auf: dieser Simon, Fischer am See Gennesaret, vermutlich wohnhaft in Kafarnaum. Er gehört zu den ersten Männern, die Arbeit und Familie lassen und mit diesem Jesus ziehen. Meist wird sein Name als erster genannt, wenn die Jünger Jesu aufgezählt werden und just seine Kommentare zum Geschehen sind reichlich dokumentiert.

Zweifellos gibt es zwischen ihm und Jesus eine besondere Beziehung. Eine Beziehung, auf die unsere römisch-katholische Tradition gerade im Zusammenhang mit dem vorliegenden Text gerne verweist, wenn es darum geht, das Papstamt als besonderes Merkmal der christlichen Kirche zu rechtfertigen.

Die Szene erinnert ein bisschen an den Schulunterricht: Ein Frage-Antwort-Spiel zwischen den Jüngern und ihrem Meister. Und wieder einmal platzt dieser Simon heraus - vermutlich ohne vorher aufgezeigt zu haben: „Du bist der Messias!“ Die Antwort kommt unmittelbar und eindeutig: „Du bist Petrus!“ Dieser Simon, den Jesus Petrus nennt, hat das zweifellos kapiert . Und Jesus klopft ihm freundlich auf die Schulter: Gut so - weitermachen!

Simon Petrus ist jedenfalls bei der Sache Jesu mit von der Partie, auch wenn er sich keinesfalls immer als Felsbrocken erweist, wenn er manchmal Unsinn redet, Angst bekommt, vorlaut ist, große Versprechen abgibt und bei erster Gelegenheit feige abhaut. Ein Fels ist eben kein einzelner Felsbrocken, sondern ein fest zusammengefügtes Gesteinsmassiv. Und die Gemeinschaft der Christen entsteht nicht durch die Führung eines einzelnen, sondern aus dem Miteinander unterschiedlicher Charismen, deren Zusammenhalt im Geist Jesu gründet. Das ist auch recht tröstlich, denn für die Nachfolge Jesu ist nicht so sehr entscheidend, wie geradlinig, konsequent, entschieden, wie fest im Glauben der einzelne ist, sondern wie gut die Gemeinschaft trägt, stützt und weiterhilft.

Ihr Pfarrer