Das Wort zum Sonntag – 19. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Wenn es nach dem geht, was uns die Leute von den Versicherungsanstalten oder die Vertreter der Alarmanlagenhersteller erzählen, dann leben wir derart gefährdet, dass wir stets mit Katastrohen, Pannen, Überfällen, Krankheit, Tod, Feuer, Zahnweh, Regenwetter im Urlaub und mit einer ganzen Liste weiterer unvorhersehbarer Schicksalsschläge zu rechnen haben. So ist es eigentlich ein unglaubliches Wunder, dass wir abends zu Bett gehen, ohne uns an diesem Tag Hals und Bein gebrochen zu haben, und am Morgen erwachen, ohne dass ein Einbrecher da war.

Jesus, der plastische Gleichnisse liebte, hat sich einmal mit einem Dieb verglichen. Aber nicht, weil er es mit dem Eigentumsbegriff nicht so genau genommen hätte, sondern weil er sagen wollte: als ein auf das Reich Gottes Wartender muss man immer mit dem Einbruch des Endgültigen rechnen, und deswegen heißt es ganz besonders wachsam zu sein und so zu leben, dass man immer nur Endgültiges, also für das Ende Gültiges tut.

Freilich ist das leichter gesagt als getan. Die Apostel haben bereits im Garten Getsemani nicht einmal eine Stunde mit Jesus wachen können. Sie mussten sich von Jesus wachrütteln lassen, sonst hätten sie beinahe die Ankunft der Truppe verschlafen, die gegen Jesus vorging, wie man gegen einen Dieb und einen Mörder vorgeht.

Ihr Pfarrer