Das Wort zum Sonntag – 18. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Wir Menschen sehnen uns nach Leben. Wir haben einen tiefen Lebenshunger in uns. Er kommt von Gott, doch wir haben ihn oft missbraucht und mit „kranken Lebensmitteln“ zu stillen versucht. Dadurch bekamen wir Seelenkrämpfe und kranke Seelen.

Das Wort Brot steht in unserer europäischen Weltgegend für Lebensmittel, für die Speisen, die wir zu uns nehmen. Doch zum Hunger nach Brot gehört noch mehr. Es gibt den Hunger nach Bildung, nach Freunden, nach der Liebe eines Menschen. „Das hat mir gut getan!“, sagt jemand, der sich aus einer Umarmung löst, der nach einem Abend unter Freunden den Weg nach Hause geht. Brot tut gut!

Dieses alles umfassende Brot meint Jesus, wenn er im heutigen Evangelium sagt: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ Das ist nicht das stolze Wort eines Herrschers, eines Siegers, eines Revolutionärs, der alles besser machen will. Das sagt der Mann, der von Gott gesandt auf die Straßen dieser Erde kam, zu den Armen und Unterdrückten, zu den Kindern und zu den Sterbenden. Am Kreuz sagte er: „Mich dürstet.“ Er war stets überraschend anders und machte Menschen glücklich. Er rief Männer und Frauen in seine Nachfolge, sie trennten sich von ihrem alten Leben und er machte alles neu. Ihr Lebenshunger und Durst wurde gestillt, sie wurden erst jetzt im vollen Sinne Menschen. So haben sie es im Evangelium berichtet.

Jesus wird konkret: „Wer zu mir kommt“ sagt er, die schönste Metapher für „wer an mich glaubt.“ Zu Jesus kommen ist ein Satz aus den Ursprüngen der Christenheit. Es mag für manche Ohren und kritische Köpfe seltsam klingen, doch es ist eine umstürzende Erfahrung, wenn jemand zu Jesus kommt!

Ihr Pfarrer