Das Wort zum Sonntag – 18. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Bevor Jesus mit seinen Jüngern nach Jerusalem geht, um dort seinen Leidensweg zu beschreiten führt uns die Perikope der Verklärung des Herrn noch einmal auf einen Berg. Schon jetzt sehen die Jünger Jesus in seiner Herrlichkeit seines Auferstehungsleibes. Das, was die Jünger erfahren haben liegt jenseits historischer Nachprüfbarkeit. Der Text enthält viele alttestamentlichen Anspielungen. So ist der Berg im Alten Testament klassisch der Ort der Gottesbegegnungen. Das Motiv der Wolke ist Symbol der Gegenwart Gottes. Mose und Elija stehen für das Gesetz und die Propheten und damit für die Grundlage des jüdischen Glaubens. Als Höhepunkt wird Jesus – wie bei seiner Taufe von Gott als „sein geliebter Sohn“ proklamiert. Die Forderung, auf ihn zu hören will uns sagen: Jesus führt uns den Weg zur Vollendung. Und mit diesem Bild vor Augen machen sie sich dann – alle gemeinsam – auf den Weg nach Jerusalem.

Wir stehen in der Kirche im Moment an einem Scheidepunkt, wo uns bewusst ist, dass sich vieles verändern muss, damit es Bestand hat, weil das, was uns über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte getragen hat, nicht mehr passend erscheint für unsere moderne Zeit und Welt. Manchmal würde ich mir für unsere Kirche und Pfarre so Verklärungs-Szenen wünschen, wo wir anfanghaft sehen, was uns an Schönem und Wundervollen erwartet. Was uns vielleicht auch Zuversicht und Halt gibt, wenn wir uns Widrigkeiten gegenüber sehen – damit wir uns zuversichtlich und ohne Angst auf das einlassen, was vor uns liegt. Aber vielleicht braucht es gar nicht diese neuen Verklärungs-szenen, sondern ich sollte mehr der trauen, die wir im Evangelium hören, wenn Gott spricht: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe – auf ihn sollt ihr hören!“

Pfarrassistent Franz Pamminger