Das Wort zum Sonntag – 16. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

In dem heutigen Gleichnis spricht Jesus vom Unkraut und Weizen. Nun, am Anfang des Wachstumsprozesses sieht der Unkrautstrauch genauso aus wie der Weizen. Erst wenn die Erntezeit näher rückt, wird der Unterschied zwischen beiden deutlich.

Wir wissen, dass das stimmt, wenn es um die großen Unternehmungen geht, die wir begonnen haben. Erst im Laufe der Zeit finden wir heraus, was in unseren Ehen und Beziehungen wirklich gut und was wirklich schlecht ist. Erst nachdem der Kommunismus gereift war, wurde offenbar und erkennbar, was auch schlecht und menschenfeindlich an ihm ist. So ist es auch in so vielen Bereichen unseres Lebens. Vieles hat leider auch etwas Schlechtes in sich. Wir wissen ganz sicher, dass das in unserer eigenen Kirche, in unserem Land, in unserer Welt und in unserem persönlichen Leben zutrifft.

Es gibt keine "schnelle Lösung" und keine einfachen Lösungen. Geduld und Nachsicht sind notwendig, und um Geduld und Nachsicht zu haben, muss man Glauben haben. Das ist es, wozu Jesus uns aufruft - den Glauben an den Plan seines himmlischen Vaters, den Glauben daran, dass letztlich die Wege unseres himmlischen Vaters mit uns und mit dieser Welt zu einem guten Ende, ja zu einer für uns unvorstellbaren Vollendung führen. Wir müssen an Gottes Güte glauben, an seine Barmherzigkeit und seine unendliche Liebe, mit der er am Ende alles zum Guten für seine Schöpfung und für unsere Welt im Großen und im Kleinen führen wird. Das Vertrauen auf Gott und die Akzeptanz seiner Wege ist der einzige Weg, wie wir das Böse in unserer Welt und in unserem Leben überwinden können.

Liebe Schwestern und Brüder, jeder von uns weiß, dass niemand vollkommen ist. Toleranz, Wertschätzung, Verständnis und das Lernen, trotz unserer Unterschiede und Schwächen freundschaftlich miteinander zu leben, sind Tugenden, die wir alle anstreben und praktizieren müssen. Ein Richter über andere zu sein und immer so zu tun, als sei man selber der einzig Rechtschaffene, ist Hochmut und ein Laster , das jeder von uns versuchen sollte zu vermeiden und zu bekämpfen. Die Bereitschaft, eigene Fehler zu erkennen und sich zu bemühen, sie zu korrigieren, ist eine Tugend, die wir alle brauchen; und auch die Bereitschaft und die Akzeptanz, eigene Fehler einzugestehen und korrigieren zu lassen, ist für jeden von uns notwendig und wichtig für ein friedliches Zusammenleben.

So wie die gute Saat gesät wird, so werden alle Menschen unschuldig geboren. Die gute Saat wird gesät, in der Hoffnung auf eine gute Ernte. Von einigen wird erwartet, dass sie zu festen, starken und großen Bäumen heranwachsen, um den Vögeln und Kreaturen des Universums Schatten zu spenden.

Meine lieben Brüder und Schwestern, wie die kleinen Samen werden wir alle unschuldig geboren, von uns wird erwartet, dass wir zu produktiven Menschen heranwachsen, dass wir der Natur und unseren Mitmenschen Frieden, Schutz, Fürsorge und Liebe entgegen bringen.

Das Böse versuchte auch Jesus zu verführen, brachte ihn in Bedrängnis und Verzweiflung und versuchte ihn in die Dunkelheit zu führen. Aber Jesus blieb standhaft, zuversichtlich, dass am Ende, zur Erntezeit, sein Vater im Himmel den guten Weizen ernten und das Unkraut verbrennen würde. Im Sterben übergab Jesus in tiefstem Vertrauen sein Schicksal seinem Vater im Himmel.

Ja, es ist eine seltsame Welt, in der wir leben, aber gleichzeitig ist es eine schöne Welt, eine schöne Welt voll von wunderbaren Dingen und Ereignissen und kostbaren und heldenhaften Menschen. Immer wieder offenbart sich das große Wunder, dass Güte und Liebe den Ansturm des Bösen überlebt haben.

Was ist die Vision, in der Sie leben? Haben wir wirklich Vertrauen in Gott, unseren himmlischen Vater? Heute lädt Jesus mich und Sie erneut ein, an seiner Vision, an seiner Hoffnung und an seinem Glauben teilzuhaben, dass Gott am Ende das Gute über das Böse triumphieren lassen wird. Wahrhaftig, Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Michael Lubega