Das Wort zum Sonntag – 16. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Heute feiern wir den sechzehnten Sonntag im Jahreskreis „C“. Unser Thema heute zum Nachdenken lautet so: „Gott verdient unsere Aufmerksamkeit in unserm Leben“. Wenn wir uns in der Welt umsehen, beobachten wir eine geschäftige Welt, eine Welt voller beschäftigter Menschen! Viele Menschen sind in der Arbeit, Maschinen sind auch endlos in Betrieb. Vieles, ja beinahe alles ist Tag und Nacht unaufhörlich in Bewegung!

Es ist in der Tat gut zu arbeiten und beschäftigt zu sein. Tatsächlich hat Gott uns aufgetragen zu arbeiten, als er zu den Menschen sagte: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde“ (Genesis 1:28). Arbeiten ist ein heiliges Gesetz von Gott an die Menschheit. Und das zweite Vatikanische Konzil lehrt uns mit folgenden Worten: „Durch sein Werk formt der Mensch nämlich nicht nur die Dinge und die Gesellschaft um, sondern vervollkommnet er auch sich selbst. Er lernt vieles, entwickelt seine Fähigkeiten, überschreitet sich und wächst über sich empor“ (Gaudium et Spes, No. 35). Diese Botschaft zeigt uns, wie wichtig menschliche Arbeit ist!

Liebe Schwestern und Brüder! Im heutigen Evangelium haben wir vom Besuch Jesu bei Marta und ihrer Schwester Maria gehört/gelesen. Marta nahm Jesus gastfreundlich auf, aber Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Deswegen kam Marta zu Jesus und bat ihn mit folgenden Worten: „Sag ihr doch, sie soll mir helfen!“. Aber überraschenderweise antwortete ihr Jesus: „Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden!“ Liebe Schwestern und Brüder! Mit dieser Antwort meinte Jesus nicht, dass Martas Arbeit nicht notwendig wäre, sondern er meinte, dass Gott unsere Aufmerksamkeit auch inmitten unseres vollen Terminkalenders verdient.

Wie oft halten wir uns für zu beschäftigt, um zu Hause unsere Gebete zu sprechen? Wie oft halten wir uns für zu beschäftigt und zu müde, um zur Kirche zu kommen? Wie oft haben wir uns in unsere täglichen Aktivitäten und Verpflichtungen vertieft und haben dabei unsere spirituellen Verpflichtungen vergessen?

Oft stelle ich mir die Frage: Was nehme ich mit? Ist es mein Flaschenöffner oder mein Rosenkranz? Diese Frage betrifft uns alle!

Liebe Mitchristen und –Christinnen! Gott verdient unsere Aufmerksamkeit in unserem Leben.

Lasst uns ihn nie vergessen. Lasst uns ihn niemals verlassen. Lasst uns niemals von ihm getrennt sein. Lasst uns stattdessen jeden Tag etwas Zeit für ihn finden.

Kurat Michael Lubega