Das Wort zum Sonntag – 7. Sonntag der Osterzeit

Liebe Pfarrgemeinde!

Langsam nähert sich das pfarrliche Arbeitsjahr seinem Ende. Wir haben Ostern gefeiert, Erstkommunion und Firmung und „der Alltag“ kehrt langsam wieder ein.

Ich bin in einer Dreifaltigkeitspfarre und -kirche „daheim“ und drum will ich diesen Alltag ein wenig vom Geheimnis der Trinität zu deuten versuchen.

Die christliche Trinitätslehre basiert auf einer theologischen Entwicklung aus der Zeit der alten Kirche. Ab dem 2. Jahrhundert sind innerhalb unseres Glaubens an einen Gott unterschiedliche „Bezugspunkte“ der Gotteserfahrung feststellbar, ohne in eine Lehre von drei Gottheiten zu verfallen. Für manche ist der Zugang zum Göttlichen über die Schöpfung zentral, für andere ist es die Nachfolge Christi, für wieder andere die Erfahrung heil(ig)ender Geistkraft.

Die Entwicklung des trinitarischen Gottesbildes ist dabei das Ergebnis vieler Diskussionen: Zunächst musste eine angemessene Sprache für die Aussage gefunden werden, dass Gott „Drei in Eins“ ist. Man griff dafür auf ein griechisches Wort zurück, das mit „persona“ übersetzt wurde. „Persona“ bedeutete ursprünglich die Maske, durch die hindurch Schauspielende ihre Rolle sprachen. In diesem Wort kommt zum Ausdruck, dass jeder menschliche Begriff Gott immer nur annähernd erfassen kann. Dieses theologische Verständnis von dem „einen Gott in drei Personen“ wird allerdings heute durch den modernen Personenbegriff erschwert.

Im Deutschen kommt das Geheimnis der Trinität in den beiden Begriffen „Dreieinigkeit“ und „Dreifaltigkeit“ zum Ausdruck. Die Rede von der „Dreieinigkeit“ betont den Zusammenhang und damit die Einheit der drei „Personen“, die das Göttliche darstellen. Die Rede von der „Dreifaltigkeit“ betont die innere Vielfalt in dem einen Gott. Es stellt sich dabei die Frage, in welcher Beziehung Gott, Jesus Christus und die Geistkraft zueinander und zur Welt stehen. Vorgestellt wird uns da eine vollkommene Gemeinschaft, die durch gegenseitige Bezogenheit in Liebe gekennzeichnet ist. Wegen ihrer inneren Beziehung kann jede „Person“ den Gläubigen gegenüber „das Göttliche“ ganz vertreten. Damit wird unser Glaube erklärt und lebendig.

Gerade dieses Bild von Beziehung, von lebendigem Glauben und das einer alle anderen mit-repräsentiert, gefällt mir auch als Bild, wenn ich auf unsere drei Pfarren und unser Miteinander blicke. Ich wünsche uns allen dafür viele be-Geist-erte, Liebe-volle und be-Reich-ernde Erfahrungen und Erlebnisse.

Pfarrassistent Franz Pamminger