Das Wort zum Sonntag – Pfingstsonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Was ist Pfingsten? – der 50. Tag nach Ostern? Der Tag, an dem alle mit dem Heilige Geist erfüllt wurden und in fremden Sprachen zu reden begannen? Der Tag, an dem unsere Kirche Geburtstag feiert? Gar nur ein langes Wochenende, mit viel Verkehr, manchem Stau, vielen Kurzurlauben und hoffentlich nicht verregnet?

Wenn die Frage nach Pfingsten in einer Quizshow gestellt würde, würden Menschen unterschiedliche Antworten geben. Für uns Christen ist Pfingsten das Fest des Heiligen Geistes! – Eben noch debattierte ein verängstigter, ratloser, Apostelhaufen hinter verschlossenen Türen seine trostlose Lage. Plötzlich fährt der Geist Gottes in ihre Knochen, sodass sie die Fenster und Türen aufreißen. Plötzlich sind sie begeistert und rufen die Botschaft des Auferstandenen in alle Himmelsrichtungen. Wenn einmal so eine Kraft in unsere müden Knochen fährt, dann könnte es der Geist Gottes sein!

Kommt gleich die nächste Frage: Wer oder was ist der Heilige Geist? Wie wirkt er? Woran erkennt man ihn? – Heuer kommen in unserem Seelsorgeraum wieder rund 60 Jugendliche zur Firmung. Sie empfangen diesen Heiligen Geist. Gottes guter Geist soll sie in ihrem Leben leiten. Trotzdem bleibt es niemandem erspart, um den guten Geist im eigenen Leben zu kämpfen. Alle brauchen wir den Helfer, den Heiligen Geist, der an unserer Seite ist. Dazu eine kleine Begebenheit:

1969 holte der malaysische Häuptling Basang zu einer Rede aus, als er öffentlich aufgefordert wurde, seinem christlichen Glauben abzuschwören. Er sagte: „Vor 15 Jahren habe ich den Kult meines Stammes verlassen. Ich wusste nicht, warum. Ich hörte auf, Opfer darzubringen, wenn jemand krank wurde oder für eine gute Ernte. Ich tat vieles, was unserem Volk verboten war. Ich konnte nicht anders. Aber ich hatte Angst. Dann fand ich Christen, weit weg von uns. Vielleicht ist es das, was ich will, sagte ich mir. Es war schwierig, die Christen in unsere Gegend zu holen, aber es ging. Als ich Christ geworden war, verstand ich, dass mich der Heilige Geist getrieben hat, lange, bevor ich wusste, dass es ihn gibt. Dem Geist Gottes bin ich gefolgt in meinem Tun. Seit ich weiß, dass Er es ist, habe ich keine Angst mehr. Wenn ihr mir heute Angst machen wollt, weil ich Christ bin, bemüht ihr euch vergeblich! Ich möchte nicht eurer Religion folgen, nur weil ihr jetzt mächtig seid. Ich möchte der Religion Gottes folgen. Sein Geist war bei mir, sein Geist bleibt bei mir. Der Geist gibt mir Kraft und schenkt mir Mut. Er ist stärker als ihr!“

Der Heilige Geist schenkt viele Gaben – auch Stärke, Einsicht und Mut zum Glauben. Daran sei an diesem langen Pfingstwochenende erinnert.

Pastoralassistent Michael Mitter