Das Wort zum Sonntag – 5. Sonntag der Osterzeit

Liebe Pfarrgemeinde!

Was haben Heinrich III, die Amerikanerin Julia W. Howe und der amerikanische Präsident Woodrow Wilson gemeinsam?

Dank dieser Leute haben unsere Mütter an diesem Sonntag Grund zur Freude. Auch trotz der schmerzlichen Einschränkungen bedingt durch die Corona-Krise.

Hier eine kleine Muttertags-Entstehungsgeschichte:

Der weltliche Muttertag hat einen religiösen Vorläufer. Der Sonntag Laetare wurde in England zu Zeiten von Heinrich III. (1216 - 1239) als Mothering Sunday begangen, ein Tag, an dem der "Mutter Kirche" für ihre Mutterschaft gedankt wurde. Zu diesem Feiertag der Kirche gehörte es schon damals, dass auch gegenüber der leiblichen Mutter an diesem Tag Dank ausgedrückt wurde. Auch diejenigen Kinder, die ihr Elternhaus bereits verlassen hatten, trafen sich mit der ganzen Familie im Elternhaus.

1872 trat die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Julia W. Howe mit der Forderung, dass amerikanischen Müttern ein offizieller Feiertag gebühre, an die Öffentlichkeit.

Ihre Tochter, Ann Marie Reeves Jarvis, griff die Idee später wieder auf und startete am 9. Mai 1907, dem 2. Todestag ihrer Mutter, einen Werbefeldzug für die Einführung eines offiziellen Muttertages, der letztlich von Erfolg gekrönt war, als Präsident Woodrow Wilson am 8. Mai 1914 den Muttertag für jeden zweiten Sonntag im Mai zum nationalen Ehrentag erklärte.

Neben dem Brauch, an diesem Tage eine farbige Nelke zu Ehren der lebenden Mütter zu tragen oder eine weiße im Gedenken an die bereits verstorbenen, setzte sich von da an auch das Versenden oder Übergeben von Muttertagskarten durch.

Nach dem Ersten Weltkrieg etablierte sich der Muttertag auch auf dem europäischen Festland, zunächst in Österreich und Skandinavien, dann auch in Deutschland. In den kommunistisch regierten Staaten fiel der Muttertag mit dem internationalen Frauentag am 8. März zusammen.

Ich sage heute am Muttertag allen Müttern und mütterlichen Menschen in unseren drei Pfarrgemeinden ein großes DANKE und gratuliere von ganzem Herzen.

Ihr Pfarrer