Das Wort zum Sonntag – 3. Sonntag der Osterzeit

Liebe Pfarrgemeinde!

In den Stunden und Tagen, die auf die Auferstehung folgten, war unter den Jüngern eine durchdringende Atmosphäre der Angst. Die Jünger und Freunde von Jesus befürchteten, dass sie nach der Kreuzigung von Jesus von den jüdischen Behörden gesucht und streng bestraft werden. In einem Raum versammelt, erscheint ihnen der auferweckte Jesus in der Gestalt eines Geistes. Dann hören sie die wundervollen und verwandelnden Worte Jesu: "Friede sei mit euch!" Ihre Angst verschwindet, denn bei Jesus und seinem Vater gibt es keine Vergeltung oder Rache, sondern nur Liebe, Mitgefühl und Vergebung.

Im Evangelium lesen wir, dass Jesus den Jüngern die Augen und das Herz geöffnet hat, die heiligen Schriften zu verstehen und zu deuten, dass Jesus leiden werde und dass ihn Gott nach seinem Leiden und seinem Tod auferwecken wird. In seinem Namen sollen Buße und Vergebung gepredigt werden, angefangen von Jerusalem bis zu allen Völkern und Nationen. Wir alle haben Schwächen, aber weil wir zu Christus gehören, sind wir geliebt, gerettet und es wird uns vergeben.

Der auferweckte Christus sagte seinen Jüngern, dass sie beginnen sollten, die Frohe Botschaft von Frieden und Vergebung zu predigen: zuerst denen, die in Jerusalem lebten, dann den Menschen in den Städten und auf dem Land und schließlich auf der ganzen Welt. Wir sollen nicht an der scheinbaren Unmöglichkeit von Frieden und Gerechtigkeit in unserer heutigen Welt verzweifeln, sondern anfangen, in uns selbst, in unserer Nachbarschaft und dann auf der ganzen Welt Frieden und Vergebung zu fördern.

Als der Auferstandene den erschrockenen Jüngern erschien, fragten sie sich, ob er ein Geist sei. Aber er handelt schnell, um sie zu beruhigen, indem er ein Stück gebratenen Fisch nimmt und ihn vor ihren Augen isst. Gott taucht weiterhin auf ganz gewöhnliche Weise in unserem täglichen Leben auf. Gott möchte unsere Augen öffnen für die Gegenwart des auferweckten Christus in den gewöhnlichen Geschehnissen des Lebens. In den kleinen Dingen, in den alltäglichen Details des Lebens, in den Momenten der Fürsorge und des Teilens, können wir zeigen, dass Christus unter uns auferstanden ist. Der Auferstandene ist in unserer Mitte; das kommt nicht nur in der religiösen Sprache und in den religiösen Praktiken zum Ausdruck.

Dann bittet Jesus die Jünger, seine Wunden zu berühren. Diese sind die gleichen Wunden, die den unschuldigen Menschen in der heutigen Welt zugefügt werden. Jesus versteckte seine Wunden nicht, weil sie der Preis seiner Liebe waren. Jesus wurde auch nicht wegen seiner Wunden verbittert. Auch uns können in unserem Leben durch Verrat, durch erlebte Enttäuschungen und wegen Undankbarkeit Wunden zugefügt werden. Doch die Wunden des auferstandenen Jesus können für uns Zeichen der Hoffnung auf Beendigung des Leidens sein.

Herr, wir beten um die Gabe des Geistes, dass er unseren Geist öffne, um die heiligen Schriften zu verstehen und um den Mut zu haben, vor allem durch Vergebung und Mitgefühl den Glauben an den auferstandenen Jesus zu verkünden und zu bezeugen. Amen.

Ihr Pfarrer