Das Wort zum Sonntag – 5. Fastensonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Wir feiern bald Ostern. Das ursprüngliche Ende des Markusevangeliums war: „Sie flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.” Die Verse danach haben spätere Leser dem Evangelium hinzugefügt. Sie sagten sich: So kann das Evangelium nicht enden. Es ist eine frohe Botschaft - und Markus sagt am Ende: Sie fürchteten sich.

Wenn ich mir derzeit die vielen Diskussionen, Gespräche über die Zukunft unserer Kirche in Österreich, in unserer Diözese und unseren Pfarren anhöre, fühle ich mich an die ursprünglichen Leser des Markusevangeliums erinnert. Mit einem „sie fürchteten sich…“ kann es nicht aufhören, da möchte ich gerne etwas hinzufügen so wie es mit dem Schluss des Evangeliums bei Markus passiert ist – durchaus im Sinne des Evangelisten.

Vielleicht sollten wir auch bei all unseren Gedanken über die Zukunft uns ein wenig an Ostern orientieren: Wir können Gott/Jesus Christus nicht wie ein Museumsstück bewahren. Er ist der Herr, er lebt, er ist nicht tot. Die Frauen bekommen von Jesus zwei Dinge aufgetragen und wir mit ihnen: Geht und sagt. Geht zu den andern. Tut euch zusammen, die ihr zu ihm gehört und erzählt allen vom Leben. Geht ins Leben, denn da ist er.

Bleibt nicht beim Grab stehen. Geht nach Galiläa. Galiläa ist die Alltagswelt im Evangelium. Jerusalem ist der Ort der Feste. Da kann man nicht immer bleiben. In Galiläa ist Jesus mit ihnen gewandert, hat Vergebung zugesprochen und geheilt. In unserem jeweiligen Galiläa – in OED, am Bindermichl, am Spallerhof, in unserer Alltagswelt erwarten wir genau das von ihm. Er geht alltäglich mit uns, steht uns zur Seite bei allem, was wir tun, vor allem auch dann, wenn es nichts zu feiern gibt und wir Not leiden.

Wir sollen das Evangelium nicht zuklappen und sagen: Unglaublich war das damals. Wir schreiben es jetzt fort. Es weist in unser jeweiliges, ganz normales Leben. Da findet das Evangelium seine Fortsetzung. Die drucken wir nicht in die Bibel, wie es vor langer Zeit einige mit dem Markusevangelium getan haben. Das Evangelium hat einen offenen Schluss. Offen für Gottes Weg mit jedem einzelnen von uns und für uns alle als seine Kirche. Der Herr ist auferstanden! – Bei allem was da vor uns liegt und wir noch so gar keine Ahnung davon haben.

Ein bisschen weniger Furcht und ein bisschen mehr Vertrauen in Gott wünsche ich uns allen, in unserem Alltag und wenn wir uns Gedanken machen über unsere Zukunft und die Zukunft der Kirche.

Pfarrassistent Franz Pamminger