Das Wort zum Sonntag – 4. Fastensonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie halten uns fest im Griff. Die konsequenten Maßnahmen der Regierungsverantwortlichen und sonstiger Verantwortungsträger haben schwere Einschnitte in unser persönliches Leben, aber auch in unser soziales Gefüge gebracht. Nicht zuletzt ist auch das „kirchliche“ Leben fast zum Stillstand gekommen: Gottesdienste abgesagt, Arbeitssitzungen auf unbestimmte Zeit verschoben, die Treffen der verschiedensten Gruppierungen auf Eis gelegt.

Aber gerade in dieser Düsternis bricht eine Blume mit doppelter Kraft und Energie auf. Es ist die Blume der Solidarität und des Mitfühlens. Die Blume des füreinander-da-seins, die Blume der Uneigennützigkeit und der Opferbereitschaft. Alles zutiefst christliche Tugenden, die jetzt in ihrer breiten Vielfalt mit neuer Vehemenz an die Oberfläche drängen. Vielleicht ist unsere Gesellschaft in dieser Finsternis trotz abgesagter Gottesdienste, trotz fast vollständigem Erliegen des „kirchlichen“ Lebens christlicher denn je. „Was ihr für einem meiner geringsten Brüder (meiner geringsten Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan“, so Jesus selbst.

Wie gut passt zu diesem Geschehen der Antwortpsalm des 4. Fastensonntags als Hoffnungszeichen für uns alle. Ein Antwortpsalm, der uns besonders in dieser Zeit auch Mut machen soll:

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher.
Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang,
und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

Jede Krise ist auch eine Chance. Diese Zeiten können beweisen, wie nahe unsere Kirche, wie nahe unsere Amtsträger, vor allem wie nahe wir alle wirklich bei den Menschen sind.

Heinz Kratochwill