Das Wort zum Sonntag – 5. Fastensonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Wir feiern bereits den fünften Fastensonntag. Wir nähern uns unserem Ziel und dem Höhepunkt unserer Reise im liturgischen Jahreskreis – dem Osterfest. Diese Tatsache spiegelt sich in allen Lesungen dieses Sonntags wider. Christus ist bereit, alles für unsere Errettung zu opfern. Er zeigt uns durch seine Botschaft und mit seinem Leben, was es heißt, bereit zu sein, mit seinem Leben sich für Gott und damit für die Mitmenschen einzusetzen.

Das Evangelium dieses Sonntags führt uns näher an das eigentliche Ziel unseres Lebens. Christus selbst sagt uns: "Jetzt ist die Stunde gekommen, in der der Menschensohn verherrlicht werden soll." Welche Herrlichkeit gibt es im Leiden? Jesus steht doch unmittelbar vor seiner Verhaftung, seiner Bestrafung, ja Tötung. Und trotzdem spricht er von seiner Herrlichkeit. Jesus vertraut darauf, dass jenseits von Schmerz, Verachtung und Leid letztlich das Leben siegen wird.

Christus ist bereit, den höchsten Preis – sein eigenes Leben – dafür einzusetzen, um für uns das wahre Leben zu verdienen. Er erreicht es mit seinem innigen Gebet zu seinem himmlischen Vater und durch sein Leiden für die Menschheit. Er wird all dies in Demut und Gehorsam tun: sie sind wesentliche Tugenden, die wir brauchen, um im Leben zu bestehen. Ohne Demut und Gehorsam wäre Christus nicht in der Lage, den neuen Bund für unsere Erlösung zu erreichen.

Er wusste, dass sein Leiden und Sterben für alle Menschen das ewige Leben bedeutet. Deshalb ließ er sich von der vorübergehenden Situation des Leidens nicht entmutigen. Stattdessen war er ermutigt und motiviert, da es um den Lohn des ewigen Lebens ging. Daher bot Christus sein Leid, ja sein ganzes Leben dafür an, um einen zerbrochenen Bund und das ewige Leben für alle, die an ihn glauben, wiederherzustellen. So sagt er: " Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht."

Jesus lädt uns ein, stark zu sein auf dem Weg des Lebens. Er möchte, dass wir dort sind, wo er ist. Deshalb müssen auch wir bereit sein, zu ertragen, was er ertragen hat. Wir müssen bereit sein zu sterben, wie ein Weizenkorn sterben muss, damit neues Leben entstehen kann. Praktisch gesehen "sterben" wir jeden Tag, wenn wir für die Gerechtigkeit eintreten, wenn wir für die Wahrheit einstehen und wenn wir Nein zur Sünde und zu Unrecht sagen.

Diese "täglichen Tode" erschöpfen uns zwar körperlich, aber sie stärken uns geistlich. Wenn wir also in dieser Zeit unseren Weg mit Christus fortsetzen, wird uns der Blick auf Leben, sein Leiden und Sterben täglich stärken. Doch dürfen wir uns ständig bewusst sein, dass es eine Gnade ist, in diesem Sinne so wie Christus unser Leben für andere einzusetzen.

Michael Lubega