Das Wort zum Sonntag – 2. Fastensonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Jedes Jahr am 2. Fastensonntag lesen und hören wir den Bericht über die Verklärung Jesu auf dem Berg. Jesus nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit auf den Berg, um zu beten, und die Schrift sagte: "Sein Gesicht veränderte sich in seiner Erscheinung und seine Kleidung wurde strahlend weiß." Warum glauben Sie, dass wir diesen Bericht jedes Jahr am 2. Sonntag der Fastenzeit hören? Wir sind nämlich jedes Jahr in der Fastenzeit selbst zur Verklärung aufgerufen. Das Wort Verklärung setzt sich aus zwei lateinischen Wörtern zusammen: trans, was "quer" bedeutet, und figura, was "Form" bedeutet. Diese beiden Wörter zusammengenommen bedeuten eine Veränderung der Form oder des Aussehens. So sind wir zu Beginn jeder Fastenzeit zur Verklärung berufen, wir sind aufgerufen, uns zu verändern, uns mehr und mehr in das Abbild Christi zu verwandeln. Beim Fasten geht es also nicht so sehr darum, weniger oder keine Schokolade oder am Freitag kein Fleisch zu essen. Ja, diese Dinge können ein Teil davon sein. Aber in der Fastenzeit geht es darum, dass wir uns von innen heraus verändern und uns selbst in ein besseres Bild, in das Abbild Christi verwandeln.

Aber wie machen wir das? Wie verwandeln wir uns immer mehr in das Abbild Christi, zu dem wir berufen sind? Gen 15, 6 sagt: "Abram setzte seinen Glauben auf den Herrn." Obwohl Abraham lange Zeit darauf gewartet hatte, dass sich Gottes Verheißung erfüllt, hielt er an den Glauben fest, dass sein Gott da ist und dass sein Gott seinem Wort treu bleibt. So beginnt die Bekehrung für uns auch mit der Bekehrung, wie sie für Abraham begonnen hat. Bekehrung beginnt mit dem Glauben an Gott, im festen Vertrauen und dem Glauben, dass Gott mächtig ist, dass er treu ist und dass er letztlich alles in seinen Händen hat!

Um unseren Glauben und unsere Bekehrung zu vertiefen, müssen wir Zeit mit unserem Gott in ständiger Kommunikation verbringen - das ist "Gebet". Das Gebet ist einfach eine "Begegnung" mit Gott. In der Genesis begegnet Abraham Gott, indem er zu Ihm spricht und auf Seine Worte hört. Zu Gott zu sprechen und auf Ihn zu hören ist Gebet. Im Evangelium nimmt Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit auf den Berg. Der Berg in den Schriften symbolisiert die Verbindung mit Gott. Petrus, Johannes und Jakobus begegneten Jesus und sahen ihn so, wie er wirklich ist: strahlend weiß. Sie hörten die Stimme des Vaters: "Das ist mein auserwählter Sohn, hör auf ihn." Nach dieser Begegnung im Gebets kamen sie anders den Berg herunter als sie es beim Aufstieg waren. Und so ist es mit uns - jedes Mal, wenn wir den Berg hinaufgehen, um zu beten, begegnen wir Gott und wir sind danach anders als vorher.

Liebe Schwestern und Brüder, Glaube und Gebet sind unerlässlich, wenn wir verwandelt oder verändert werden wollen. Jedes Jahr erhalten wir dieses Geschenk, um uns von unserem Alltag loszulösen, unseren Glauben zu wecken und ihn wieder für unser Leben lebendig werden zu lassen. Wir sollten aus unserer Alltags-Routine aussteigen. Vielleicht jeden Tag einen Abschnitt der Heiligen Schrift lesen oder unter der Woche zur Messe gehen, Zeit in der eucharistischen Anbetung verbringen, zur Versöhnung gehen, Kreuzwegandachten besuchen, unsere Mitmenschen mit Liebe behandeln oder großzügig teilen.

Kurat Michael Lubega