Das Wort zum Sonntag – 1. Fastensonntag

Liebe Pfarrgemeinde!

Das Tagesgebet des Aschermittwoch steht im Messbuch so:

„Getreuer Gott,
im Vertrauen auf dich beginnen wir

Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht,
damit wir dem Bösen absagen
und mit Entschiedenheit das Gute tun.“

Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich beginnen wir die vierzig Tage der Umkehr und Buße: Das ist das Erste, der Ausgangspunkt von allem: das Vertrauen auf Gott. Wir beginnen diese 40 Tage gerade nicht damit, dass wir das Vertrauen in unsere eigenen Selbstheilungskräfte beteuern, beginnen nicht damit, dass wir unsere guten Vorsätze benennen. Nein, wir beginnen die Fastenzeit damit, dass wir uns auf Gott beziehen, an ihm neu ausrichten und ihn anrufen, der durch die Heilsgeschichte hindurch seine Treue gezeigt hat und uns Menschen treu bleibt.

Damit wird deutlich: Fastenzeit ist nicht eine Art von religiösem Trainingslager, sondern erneuerte Ausrichtung auf Gott. Ansonsten würden wir uns doch wieder nur um uns selbst drehen. In vielen säkularen Spielarten der Fastenzeit, die es inzwischen ja auch gibt, weil man den Wert von körperlicher und geistiger Entschlackung entdeckt hat, ist das ja auch so: Die Fastenzeit wird verstanden als Zeit erhöhter Sorge und Aufmerksamkeit auf sich selbst. Dem kann ich einiges abgewinnen- zumindest mehr als dem, was mit „christlicher Zucht“ gemeint sein könnte. Die 40 Tage der Fastenzeit wollen uns also gerade die Chance bieten, Kopf und Herz herauszustrecken aus dem Kreislauf, in den wir durch unsere alltägliche Arbeit und unsere Gewohnheiten eingespannt sind.

Das euch/uns das gelingt, wünsche ich euch für die kommenden Wochen.

Franz Pamminger