Das Wort zum Sonntag – 6. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Im Evangelium dieses Sonntags hören wir vier Seligpreisungen und vier Weherufe Jesu. Der Evangelist Lukas bezieht sich damit auf die „Feldrede“ Jesu, während der Evangelist Matthäus die acht Seligpreisungen Jesu in der „Bergpredigt“ verortet.

Worum geht es inhaltlich? Gefragt ist, wie uns die Parallelstelle der Bergpredigt zeigt, die Armut vor Gott oder wie es wörtlich dort heißt die Armut „im Geiste“. Es handelt sich hier um die wahre Demut des Herzens, in der der Mensch seine eigene Niedrigkeit erkennt und sich eben deshalb ganz der Güte und Barmherzigkeit Gottes anvertraut. Diesen Menschen wird das Reich Gottes verheißen.

Weiters geht es um den Hunger und Durst nach Gerechtigkeit, dessen Lohn die wahre Sättigung bei Gott ist. Nur Gott kann uns wirklich gerecht machen; er ist unser Heil. Wenn Jesus in der Feldrede weiter von den jetzt Weinenden spricht, die dann „lachen“ werden, so heißt es parallel dazu in der Bergpredigt, dass die Trauernden getröstet werden. Gottes Heiliger Geist ist der wahre Tröster und Beistand; alle Trauer dieser Weltzeit wird einst hinweg genommen für die, welche die ewige Gemeinschaft mit Gott erfahren dürfen.

Und schließlich spricht Jesus ausdrücklich von denen, die „um des Menschensohnes willen“ leiden müssen: Sie ernten von anderen Unverständnis, ja Hass; sie werden aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, beschimpft und in Verruf gebracht. Doch gerade diesen Zeugen für die Wahrheit des Glaubens gilt die Verheißung eines „großen Lohnes“ im Himmel. Ihnen ist wahrhaftig das Reich Gottes verheißen.

All das, was Jesus hier beschreibt und wozu er uns einlädt, sind innere Haltungen. Es geht um gute Einstellungen des Herzens, die zur rechten Zeit ihre Frucht bringen: schon jetzt in der Zeit, noch mehr aber in der Ewigkeit. Auch wir sind eingeladen, den Weg der Seligpreisungen zu gehen, um so einst im Chor der Seligen des Himmels Gott zu loben und zu preisen in Ewigkeit. Amen

Kurat Michael Lubega