Das Wort zum Sonntag – 5. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Es ist ein eindrucksvolles Erlebnis, wenn man sieht, wie in einer Lichtstafette ein Fackelläufer dem anderen ein Licht weitergibt, das an einem bestimmten Ort – z.B. in Olympia – entzündet worden ist, und wie sich dieses Licht dann ausbreitet und seine Runde um die Welt macht. Die Nachfolger Jesu haben sich immer schon als eine solche Lichtstafette verstanden. Entzündet vom Licht Jesu Christi, hat jeder Getaufte die Aufgabe, das empfangene Licht weiter zu geben: es nicht „unter den Scheffel“ – also dorthin zu stellen, wo man es gar nicht braucht, sondern es in der ganzen Welt sichtbar zu machen. Da jedoch diese Welt aus Menschen besteht, ist es nicht verwunderlich, dass die Ausbreitung des Lichtes Christi nicht mit Lichtgeschwindigkeit erfolgt ist, sondern im Gegenteil oft gerade dann am erfolgreichsten war, wenn sie zu scheitern schien oder endgültig ausgelöscht zu werden drohte. Wir wissen nicht, ob die römischen Christenverfolger die Bergpredigt gekannt haben und den von ihnen mit Pech angeschmierten Christen zynisch zuriefen: Wir werden euch schon helfen, euer Licht vor den Menschen leuchten zu lassen! Eines aber wissen wir: Verbrannt sind bloß die Körper der zu lebendigen Fackeln gemachten Christen. Ihr Licht aber brennt und zündet noch heute.

Ihr Pfarrer