Das Wort zum Sonntag – 5. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Wir stehen gerade inmitten des Predigtrades zum Thema: "Der im Himmel thront, lacht!" Ich will euch fragen: Wie stellt ihr euch Gott vor? Oder konkreter: wie oft habt ihr euch in eurem Leben vorgestellt, dass Gott euch anlächelt oder gar anlacht? Ich vermute, nicht so oft, wenn überhaupt. Ich bin der Überzeugung, wir sollten das viel öfter tun, auch wenn in der kirchlichen Tradition das Lachen nicht wirklich gut wegkommt. Im Buch Kohelet ist das, was der kirchliche Alltag ist, sehr gut beschrieben: "Besser sich ärgern als lachen; denn bei einem vergrämten Gesicht wird das Herz heiter!" (Koh 7,3) Ich gestehe, ich habe all die vergrämten Gesichter in der Kirche satt und ich mag mich auch nicht mehr ärgern über all das, was so wichtig ist, was wir mit viel zu viel Ernst betrachten und dabei vergessen, dass wir eine frohe Botschaft zu verkünden haben und erlöst sind.

Je, es mag schon sein, dass Lachen dumm ist. \"Der Tor bricht in schallendes Gelächter aus!\" (Sir 21,20) heißt es in der Bibel. Und dennoch ist es meine Überzeugung, dass man über alles, was zum Weinen ist, man darüber auch herzhaft Lachen kann. - Das nennt sich dann Humor. Humor wächst auf dem Mist, der mir die Luft verpestet. Ich bin überzeugt, wir könnten viel von der Clownerie und ihren Prinzipien für unser alltägliches Handeln und für unser Tun und den Umgang mit (großen) Problemen in der Pfarre und der Kirche lernen:

  1. Ich habe ein (großes) Problem!
  2. Ich habe den unerschütterlichen (christlichen) Optimismus, dass sich eine Lösung finden wird.
  3. Ich habe den Wagemut, mich mitten in die Schwierigkeiten hineinzubegeben.
  4. Ich entdecke darin Kleinigkeiten, die sonst übersehen werden.
  5. Durch einen Funken Kreativität entsteht eine geniale Lösung, mit der sich schließlich alle wohl fühlen
  6. Wenn ich zurückblicke, kann ich nur mehr lachen, warum für mich das Problem so groß war!

Ich lade euch ein, sind wir doch öfter so dumme Clowns und lachen wir mehr - auch in der Kirche und wenn es um den Glauben geht - und bitte das das ganze Jahr über - nicht nur in der Faschingszeit.

Pfarrassistent Franz Pamminger