Das Wort zum Sonntag – 2. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Das heutige Evangelium erzählte von der Hochzeit in Kana. Johannes bedient sich einer bildreichen Sprache.

Der Text ist symbolträchtig und sehr sinnvoll.

Ich möchte versuchen, ein paar Bilder zu deuten:

Ein wichtiges Bild ist die Hochzeit selber.

Bei der Hochzeit schließen zwei Menschen einen Bund fürs Leben. Das Bild der Hochzeit symbolisiert auch den Bund zwischen Gott und seinem Volk, der durch Jesus besiegelt wurde.

Die Hochzeit ist ein Freudenfest, auf dem es reichlich zu essen und zu trinken gibt, und das umso schöner wird, je mehr es mitfeiern.

So ist die Hochzeit ein Bild für die Zeit des Heiles, die mit Jesus angebrochen ist, und der Wein ist ein Bild für die Freude, die die Herzen der Menschen erfüllt.

Und dieser Hochzeitsgesellschaft in Kana, die wir uns als Bild für die ganze Kirche vorstellen dürfen, der geht nun – wie peinlich - der Wein aus. Das heißt: statt Freude greift Traurigkeit um sich, statt Gemeinschaft Vereinsamung, statt Begeisterung Resignation.

Dann die 6 steinernen Wasserkrüge: Auch sie haben symbolische Qualität. Die Wasserkrüge sind dazu da, um die Reinigungsvorschriften zu beachten, und deshalb stehen die Krüge auch symbolisch für den Geist einer Gesetzesfrömmigkeit.

Der gute Wein, der bis zum Schluss aufgehoben wurde, er ist nichts anderes als Jesus Christus selbst: sein Geist, seine grenzenlose Liebe.

Und die 6 Gefäße, deren Inhalt zu Wein verwandelt wird, sie stehen für die Jünger, die durch Jesu Geist verwandelt werden. »Und seine Jünger glaubten an ihn.«
Dieser letzte Satz macht deutlich: Größer als das Wunder der Verwandlung von Wasser in Wein war das Wunder der Verwandlung der Jünger in Menschen, die vom Geist Jesu Christi erfüllt sind.

Das schließt aber auch die Bereitschaft mit ein, sich selbst zu ändern, nicht stehen zu bleiben bei dem, was einmal erreicht wurde, sondern nach vorne zu schauen, mitzugehen, mitzufühlen mit der Kirche und mit den Menschen, wie sie heute sind, und nicht irgendwelchen Tagträumen aus vergangenen Zeiten hinterherzulaufen.
Es soll eben nicht alles so bleiben, wie es ist!

Das heißt unter Umständen aber auch, sich von alten Dingen zu verabschieden, von alten Einstellungen und Voraussetzungen, die schon lange nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun haben, sich einzulassen auf Neues - in der Seelsorge, in der Liturgie, im Gemeindeleben und in der Kirche insgesamt!

Kurat Michael Lubega