Das Wort zum Sonntag – Fest der Taufe des Herrn

Liebe Pfarrgemeinde!

Wir stehen am Beginn eines neuen Jahres – wieder einmal! Eigentlich bedeutet Leben immer im Neubeginn, im Aufbruch leben: Der erste Aufbruch im Leben ist die Geburt. Wir verlassen den kuschelig warmen Bauch der Mutter und brechen auf in eine Welt, die den meisten Babys zuerst ziemlich unbehaglich erscheint. Der erste Aufbruch unseres Lebens beginnt mit einem empörten Schrei. Und trotzdem müssen wir aufbrechen. Wer nicht aufbricht, kann sein Leben nicht entdecken. Aufbrüche und Neuanfänge ziehen sich immer durch unser Leben. Die ersten unsicheren Schritte des Kleinkindes sind ein Aufbruch. Zum ersten Mal haben wir die Möglichkeit, eine Richtung einzuschlagen und Neues zu entdecken.

Oft werden wir nicht gefragt, ob wir aufbrechen wollen oder nicht. Es gibt aber auch viele Aufbrüche, in denen die Freude über das Neue überwiegt. Wenn wir etwa selbst ein Kind bekommen, wenn wir uns freuen über eine neue Liebe, die gerade erst begonnen hat oder über einen neuen Arbeitsplatz. Manche Aufbrüche im Leben erleben wir aber zunächst als einen Zusammenbruch oder einen Abbruch. Dann spüren wir mehr den Verlust in diesem Bruch als das Neue, das dahinter liegen könnte. Wenn eine Ehe zerbricht oder eine Freundschaft oder jemand, der uns wichtig ist, stirbt.

Im Grund ist jeder Aufbruch ein Bruch im Leben. Das, was war, ist nicht mehr. Vertrautes geht mir verloren und ich bin verunsichert. Und die Zukunft liegt noch vor mir und ist mir vollkommen ungewiss. Ein Aufbruch ist ein Moment, in dem ich genau auf der Grenze stehe. Es gibt kein Zurück mehr und der Schritt in die Zukunft erfordert viel Mut. Mut zu neuem Leben.

Diesen Mut, Vertrauen in Gott und Gottes Segen bei dem, was vor uns liegt, das wünsche ich euch – uns allen - am Beginn des neuen Jahres und für das neue Jahr 2017.

Pfarrassistent Franz Pamminger