Willkommen in der Pfarre Linz – St. Peter!

Das Wort zum 6. Sonntag der Osterzeit

Sie hatten die Nase voll! Sie wollten sich für ihre Arbeit in der Fabrik nicht mehr länger billig abspeisen lassen. “Brot und Rosen“ forderten die Textilarbeiterinnen aus Lawrence in Massachusetts und gingen dafür im Jahr 1912 auf die Straße. 20.000 Frauen kämpften bei diesem sogenannten „Brot-und-Rosen-Streik“ mit ihrem Streiklied für elementare Grundrechte:


Wenn wir zusammen gehen, geht mit uns ein neuer Tag.
Durch all die dunklen Küchen, und wo grau ein Werkshof lag,
beginnt plötzlich die Sonne uns're arme Welt zu kosen
und jeder hört uns singen: Brot und Rosen!

„Brot“ steht für gerechten Lohn und „Rosen“ für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen, für das Recht auf Zugang zu Kunst und Kultur – kurz: für alles, was das Leben lebenswert macht. Der heutige Tag ruft mir diese mutigen Frauen von 1912 in Erinnerung. Heute ist Muttertag. An diesem Tag lassen wir unsere Mütter und Frauen hochleben. An diesem Tag werden wir nicht müde zu betonen, was wir an unseren Frauen haben. Aber das gibt sich. Schon einen Tag später ist das Ganze vergessen und man geht zur Tagesordnung über. Ein Grund, mich zu fragen: Was ist aus den Forderungen der Textilarbeiterinnen aus Massachusetts geworden? Wie sieht's heute, 109 Jahre später aus?

Wenn wir ehrlich sind werden wir zugeben müssen, dass die Frau in unserer Gesellschaft noch lange nicht die Stellung hat, die ihr zusteht. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Chancen auf Führungspositionen – das bleibt in den meisten Bereichen weiterhin Wunschdenken. Da können wir über Frauenquoten bis zum Abwinken diskutieren und das Binnen-I oder neuerdings auch das Gender-Sternchen noch so groß schreiben: letztendlich bleibt das Augenauswischerei. Brot und Rosen sollten schon längst eine Selbstverständlichkeit sein. Im Jahr 2021 noch Gleichberechtigung einfordern zu müssen, ist schlichtweg eine Schande für unsere Gesellschaft. Schreiben wir daher den Verantwortlichen in Wirtschaft, Staat und Kirchen (und ein wenig auch uns selbst) die letzte Strophe des Streikliedes ins Stammbuch:


Wenn wir zusammen gehen, kommt mit uns ein bess'rer Tag.
Die Frauen die sich wehren, wehren aller Menschen Plag'.
Zu Ende sei, dass kleine Leute schuften für die Großen.
Her mit dem ganzen Leben: Brot und Rosen!

Franz Zeiger, Pfarrer

 

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„...das habt ihr mir getan!“

Krieg und Terror zwingen Menschen, unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat zu fliehen. Sie müssen dort alles, was ihnen vertraut war, ihre Angehörigen, ihre Freunde und ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Sie kommen in unser Land mit der verzweifelten Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Geborgenheit.

Im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums sagt Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wir haben daher im Jahr 2015 in unserem Pfarrheim Platz für zwölf heimatlose Menschen geschaffen. Unsere Pfarrgemeinde hilft seither, so gut es geht.

Viele Freundschaften sind gewachsen. Mittlerweile sind unsere syrischen Freunde nicht mehr aus unserer Pfarre wegzudenken.

Ich danke allen Spallerhoferinnen und Spallerhofern und allen Freundinnen und Freunden aus Nah und Fern, die unsere syrischen Gäste so liebevoll annehmen, die uns immer wieder mit ihrem tatkräftigem Engagement, mit ihrem stets offenen Herzen und mit ihrem Gebet unterstützen.

Danke, dass Ihr uns helft, den uns anvertrauten Menschen vorübergehend ein menschenwürdiges Zuhause bieten zu können und ihnen einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen!

Ihr dankbarer Pfarrer
Franz Zeiger

Spallerhofer Tafel

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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