Willkommen in der Pfarre Linz – St. Peter!

Das Wort zum 26. Sonntag im Jahreskreis

„Non! Rien de rien! Non! Je ne regrette rien!“ hat Edith Piaf einst in einem französischen Chanson gesungen: „Nein! Ich bereue nichts…!“

Der Begriff „Reue“ scheint heute für viele zu einem antiquierten Fremdwort geworden zu sein. Reue ist „out“, diese Haltung ist schlicht und ergreifend „uncool“: „Ich bereue nichts. Damit verschwendet man nur Zeit, die immer wertvoller wird!“, meinte auch Peter Ustinov einmal in seinen „Geflügelten Worten“.

Eigenartig! Denn Reue kann ja durchaus etwas Hilfreiches, Heilsames und Gutes sein. Das Schuldeingeständnis oder die tätige Reue trägt im österreichischen Strafrecht sogar zur Strafminderung bei. Auch in der Psychologie hat die Reue einen wichtigen Stellenwert.

In den Religionen der Welt ist die Reue eine zentrale Haltung und ein wichtiger Begriff. So heißt es zum Beispiel im Koran: „Doch jene, die bereuen und sich bessern und offen die Wahrheit bekennen, zu denen kehre ich mich mit Verzeihen, denn ich bin der All-Vergebende, der Barmherzige…“ (Sure 2,160).

Für Jesus ist die Reue ein Schlüssel für den Zugang zum Reich Gottes. So erzählt er in einem Gleichnis von zwei Söhnen, die beide von ihrem Vater den Auftrag bekommen, in seinem Weinberg zu arbeiten. Der erste antwortet zunächst mit „Ja“, geht dann aber doch nicht in den Weinberg. Der zweite weigert sich zunächst mit einem „Nein“, später aber reut es ihn - und er geht dann doch an die Arbeit.

Jesus resümiert: „Zöllner und Dirnen werden eher ins Reich Gottes kommen als ihr. Johannes der Täufer zeigte euch den Weg der Gerechtigkeit, aber ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zöllner und Dirnen aber haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.“

Gott liebt einen reuigen Sünder mehr als 99 Gerechte, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt sind und meinen, ohne Reue und Schuldbekenntnis auskommen zu können.

Franz Zeiger, Pfarrer

 

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„...das habt ihr mir getan!“

Krieg und Terror zwingen Menschen, unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat zu fliehen. Sie müssen dort alles, was ihnen vertraut war, ihre Angehörigen, ihre Freunde und ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Sie kommen in unser Land mit der verzweifelten Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Geborgenheit.

Im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums sagt Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wir haben daher im Jahr 2015 in unserem Pfarrheim Platz für zwölf heimatlose Menschen geschaffen. Unsere Pfarrgemeinde hilft seither, so gut es geht.

Viele Freundschaften sind gewachsen. Mittlerweile sind unsere syrischen Freunde nicht mehr aus unserer Pfarre wegzudenken.

Ich danke allen Spallerhoferinnen und Spallerhofern und allen Freundinnen und Freunden aus Nah und Fern, die unsere syrischen Gäste so liebevoll annehmen, die uns immer wieder mit ihrem tatkräftigem Engagement, mit ihrem stets offenen Herzen und mit ihrem Gebet unterstützen.

Danke, dass Ihr uns helft, den uns anvertrauten Menschen vorübergehend ein menschenwürdiges Zuhause bieten zu können und ihnen einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen!

Ihr dankbarer Pfarrer
Franz Zeiger

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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