Willkommen in der Pfarre Linz – St. Peter!

Das Wort zum 2. Adventsonntag

Stellen wir uns einen Hof in einem Hochhausviertel vor. Ringsum hohe Betonwände, der Boden mit Asphalt versiegelt. Kinder spielen hier nie, denn spielen ist verboten. Es ist auch nichts da, was sie zum Spielen anregen könnte, alles ist zweckmäßig. Phantasie hat keinen Platz. Leben hat keinen Platz. Die Farbe Grau herrscht vor. Hoffnungslos.

Aber da: In einer Ecke des Hofes zieht sich ein schmaler Riss über den Asphalt. Ein kleines grünes Pflänzchen durchbricht die harte Decke, sprengt mit seiner Lebenskraft den toten Stein und streckt sich dem Licht entgegen. Ein Zeichen der Hoffnung, ein Bild für das Leben, das den Tod besiegt. In dieser modernen Großstadtwüste entsteht völlig unerwartet neues Leben. Hoffnung bricht auf. Hoffnung inmitten der Wüste verkündet im Evangelium auch Johannes. Er weist durch seine Predigt und sein Leben auf den hin, der die Hoffnung der Menschen trägt, der die in Tod erstarrte Welt mit neuem Leben erfüllen kann. Wie das kleine, zarte Pflänzchen im Beton der Großstadt wird Johannes zum Zeichen für die Hoffnung und das aufbrechende Leben. Die Menschen kommen zu ihm, um ihn zu hören. Zum Zeichen der Hoffnung aber wird Johannes nur, weil er nicht allein die Umkehr predigt, sondern sie auch lebt. Indem er selbst umkehrt, indem er radikal auf alle Annehmlichkeiten und Sicherheiten eines wohl geordneten Lebens verzichtet, indem er furchtlos aufbricht, auf einen neuen Hoffnung bringenden Weg, wird er selbst zum Zeichen für das, was neu anbricht. Prophetische Menschen wie Johannes, die immer wieder aus dem Alltag aufbrechen und sich auf Neues, Ungewohntes einlassen, sind für uns immer wieder notwendig. Sie wenden die Not der Menschheit, indem sie durch ihre Existenz Hoffnung bringen und zeigen, dass Gott die Welt nicht sich selbst überlassen, sondern sie retten will. Sie stellen aber auch das Bestehende in Frage, fordern andere Menschen in ihrer Bequemlichkeit und Sicherheit heraus, rufen immer wieder neu nach Umkehr. Sie selbst sind die Herausforderung, die wir brauchen, um aufbrechen zu können, um zu begreifen, dass das Reich Gottes noch lange nicht erreicht ist und Gott noch viel mit uns vorhat. Wenn wir bereit sind, uns auf prophetische Menschen wie Johannes einzulassen, können wir eine heilsame Verunsicherung erfahren. Sie kann dazu führen, dass wir furchtlos Verhärtetes sprengen, erstarrte Strukturen aufbrechen und Totgeglaubtes mit neuem Leben erfüllen.

Franz Zeiger, Pfarrer

 

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„...das habt ihr mir getan!“

Krieg und Terror zwingen Menschen, unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat zu fliehen. Sie müssen dort alles, was ihnen vertraut war, ihre Angehörigen, ihre Freunde und ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Sie kommen in unser Land mit der verzweifelten Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Geborgenheit.

Im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums sagt Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wir haben daher im Jahr 2015 in unserem Pfarrheim Platz für zwölf heimatlose Menschen geschaffen. Unsere Pfarrgemeinde hilft seither, so gut es geht.

Viele Freundschaften sind gewachsen. Mittlerweile sind unsere syrischen Freunde nicht mehr aus unserer Pfarre wegzudenken.

Ich danke allen Spallerhoferinnen und Spallerhofern und allen Freundinnen und Freunden aus Nah und Fern, die unsere syrischen Gäste so liebevoll annehmen, die uns immer wieder mit ihrem tatkräftigem Engagement, mit ihrem stets offenen Herzen und mit ihrem Gebet unterstützen.

Danke, dass Ihr uns helft, den uns anvertrauten Menschen vorübergehend ein menschenwürdiges Zuhause bieten zu können und ihnen einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen!

Ihr dankbarer Pfarrer
Franz Zeiger

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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